Punktwert: Wie aus deinen Antworten eine Zahl wird

Der Punktwert ist die Zahl, die sich aus deinen Antworten in einem Fragebogen ergibt, meist als Summe der Punkte aller Fragen. Beim PHQ-9 liegt er zwischen 0 und 27. Er zeigt, wie ausgeprägt Beschwerden sind, eine Diagnose ist er nicht.

Der Punktwert ist die Zahl, die ein Fragebogen aus deinen Antworten berechnet, meist indem er die Punkte aller Fragen zusammenzählt. Jede Antwortstufe hat dafür einen festen Wert. Beim Depressions-Fragebogen PHQ-9 zählt "Überhaupt nicht" 0 Punkte, "An einzelnen Tagen" 1, "An mehr als der Hälfte der Tage" 2 und "Beinahe jeden Tag" 3 Punkte. Bei neun Fragen ergibt das einen Gesamtwert zwischen 0 und 27. Der Angstfragebogen GAD-7 hat sieben Fragen mit denselben Stufen und reicht deshalb von 0 bis 21 [1].

Ein Rechenbeispiel

Das Handbuch zum PHQ-9 rechnet selbst ein Beispiel vor: Drei Fragen wurden mit 1 Punkt beantwortet, zwei mit 2 und drei mit 3 Punkten. Das ergibt 3 plus 4 plus 9, also 16 Punkte [1]. Wie schwer die Beschwerden insgesamt wiegen, liest man an Grenzwerten ab. Beim PHQ-9 markieren 5, 10, 15 und 20 Punkte leichte, mittlere, mittelschwere und schwere Beschwerden, beim GAD-7 markieren 5, 10 und 15 Punkte leichte, mittlere und schwere Beschwerden. Ab 10 Punkten sprechen die Entwickler von einem gelben Signal, das auf eine möglicherweise behandlungsbedürftige Erkrankung aufmerksam macht. Ab 15 Punkten ist es ein rotes Signal, bei dem eine aktive Behandlung wahrscheinlich angebracht ist [1]. Die 16 Punkte aus dem Beispiel lägen also im roten Bereich. Solche Grenzen heißen Cut-off-Werte.

Nicht jede Frage zählt mit. Am Ende des PHQ steht eine Frage, wie sehr die Beschwerden Arbeit, Haushalt und den Umgang mit anderen erschweren. Sie geht in keinen Punktwert ein und dient der Fachperson als zusätzliche Einschätzung [1].

Was ein Punktwert aussagt und was nicht

Ein Punktwert ordnet ein, wie ausgeprägt deine Angaben sind. Eine Diagnose ersetzt er nicht. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression schreibt, dass Schwellenwerte zur Diagnose vor allem in der Forschung genutzt werden und im deutschen Versorgungsalltag eine untergeordnete Rolle spielen. Für die Verlaufskontrolle während einer Behandlung hält die Leitliniengruppe Symptomskalen dagegen für bewährt [2].

Bei Vergleichen über die Zeit kommt es auf die Größe des Unterschieds an. Die Leitlinie weist darauf hin, dass zwischen zwei Kategorien manchmal nur ein einziger Punkt liegt, starre Grenzen also wenig über eine echte Veränderung sagen. Für den PHQ-9 nennt sie 5 Punkte als kleinste Veränderung, die klinisch bedeutsam ist [2]. Wenn du einen Test nach einigen Wochen wiederholst, sind ein oder zwei Punkte mehr oder weniger deshalb kein Grund zur Sorge oder zur Entwarnung.

Wie die Punkte entstehen, hängt auch an der Antwortskala. Mehr dazu steht im Eintrag Likert-Skala. Ausprobieren kannst du es beim Depressions-Test und beim Angst-Test mit dem GAD-7. Unsere eigenen Checks rechnen ebenfalls mit Punkten, ihre Stufen sind aber nicht an einer Studie geprüft. Das steht jeweils auf der Testseite.

  1. Instruction Manual: Instructions for Patient Health Questionnaire (PHQ) and GAD-7 Measures. Pfizer Inc., PHQ Screeners. Stand ohne Datum. abgerufen am 28.10.2026
  2. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung Version 3.2. BÄK, KBV, AWMF (NVL-Programm). Stand 2022. abgerufen am 28.10.2026

Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.

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