TestsSelbsttest

Angst-Test (GAD-7): Wie stark ist deine Angst gerade?

Der GAD-7 ist ein Fragebogen mit sieben Fragen zu Sorgen, Nervosität und Anspannung in den letzten zwei Wochen. Ab 10 von 21 Punkten empfehlen die Entwickler, die Beschwerden genauer abklären zu lassen. Eine Angststörung kann der Test nicht feststellen, er zeigt, wie ausgeprägt deine Angstsymptome gerade sind.

Selbsttest

Angst-Test GAD-7

7 Fragen · etwa 2 Minuten · letzte 2 Wochen

  1. Wie oft fühlten Sie sich im Verlauf der letzten 2 Wochen durch die folgenden Beschwerden beeinträchtigt?Nervosität, Ängstlichkeit oder Anspannung
  2. Wie oft fühlten Sie sich im Verlauf der letzten 2 Wochen durch die folgenden Beschwerden beeinträchtigt?Nicht in der Lage sein, Sorgen zu stoppen oder zu kontrollieren
  3. Wie oft fühlten Sie sich im Verlauf der letzten 2 Wochen durch die folgenden Beschwerden beeinträchtigt?Übermäßige Sorgen bezüglich verschiedener Angelegenheiten
  4. Wie oft fühlten Sie sich im Verlauf der letzten 2 Wochen durch die folgenden Beschwerden beeinträchtigt?Schwierigkeiten zu entspannen
  5. Wie oft fühlten Sie sich im Verlauf der letzten 2 Wochen durch die folgenden Beschwerden beeinträchtigt?Rastlosigkeit, so dass Stillsitzen schwer fällt
  6. Wie oft fühlten Sie sich im Verlauf der letzten 2 Wochen durch die folgenden Beschwerden beeinträchtigt?Schnelle Verärgerung oder Gereiztheit
  7. Wie oft fühlten Sie sich im Verlauf der letzten 2 Wochen durch die folgenden Beschwerden beeinträchtigt?Gefühl der Angst, so als würde etwas Schlimmes passieren

Deine Antworten bleiben in diesem Browser. Ein Selbsttest ersetzt keine Diagnose. Grundlage: GAD-7, entwickelt von Spitzer, Williams, Kroenke und Kollegen mit Forschungsbeihilfe von Pfizer Inc.; deutsche Version © Prof. Dr. Bernd Löwe, 2015, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf; keine Genehmigung erforderlich.

Die sieben Fragen stammen aus der deutschen Fassung des GAD-7, die Bernd Löwe am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf verantwortet [1]. Wir haben den Wortlaut nicht verändert. Deshalb stehen die Fragen in der Sie-Form, obwohl wir dich sonst duzen. Beantworte jede Frage danach, wie oft dich die Beschwerde in den letzten zwei Wochen beeinträchtigt hat. Die Auswertung läuft in deinem Browser, deine Antworten werden nicht übertragen oder gespeichert.

So wird ausgewertet

Jede Antwort hat einen Punktwert: "Überhaupt nicht" zählt 0, "An einzelnen Tagen" 1, "An mehr als der Hälfte der Tage" 2 und "Beinahe jeden Tag" 3 Punkte. Die Summe über alle sieben Fragen liegt zwischen 0 und 21 [1, 3]. Nach dem Handbuch des Rechteinhabers markieren 5, 10 und 15 Punkte die Schwellen für leichte, mittlere und schwere Angstsymptome [3]. Die deutsche Fassung nennt dieselben Grenzen [1].

PunkteSymptomschwereEinordnung
0 bis 4minimalKaum Angstsymptome in den letzten zwei Wochen.
5 bis 9leichtLeichte Angstsymptome.
10 bis 14mäßigAb hier empfehlen die Entwickler eine genauere Abklärung.
15 bis 21schwerSchwere Angstsymptome.

Wer den GAD-7 nutzt, um nach Angststörungen zu suchen, sollte laut Handbuch ab 10 Punkten weiter abklären [3]. In der deutschen Bevölkerung kommt das selten vor. In einer repräsentativen Befragung von 5.030 Menschen lagen etwa 5 Prozent bei 10 Punkten oder mehr und etwa 1 Prozent bei 15 oder mehr [5]. Frauen hatten im Mittel 3,2 Punkte, Männer 2,7 [5].

Die Stufen beschreiben, wie stark die abgefragten Beschwerden zuletzt waren. Eine Diagnose sind sie nicht. Ob eine Angststörung dahintersteckt und welche, kann nur ein Gespräch mit einer Fachperson klären.

Was der Test misst und woher er stammt

GAD steht für "Generalized Anxiety Disorder", die generalisierte Angststörung. Robert L. Spitzer, Kurt Kroenke, Janet B. W. Williams und Bernd Löwe haben den Fragebogen 2006 vorgestellt. Sie haben ihn an 2.740 Patientinnen und Patienten aus 15 Hausarztpraxen in den USA geprüft, 965 davon wurden innerhalb einer Woche zusätzlich von Fachleuten für psychische Gesundheit am Telefon befragt [4]. Der beste Schwellenwert erkannte eine generalisierte Angststörung mit 89 Prozent Sensitivität und 82 Prozent Spezifität. Je höher die Punktzahl, desto stärker waren die Menschen im Alltag eingeschränkt, und desto mehr Tage fielen sie wegen ihrer Beschwerden aus [4].

Die Antwortskala haben die Entwickler ähnlich wie beim PHQ-9 gebaut, dem Fragebogen zu depressiven Beschwerden [3]. Obwohl der GAD-7 für die generalisierte Angststörung entwickelt wurde, erkennt er auch Panikstörung, soziale Angststörung und posttraumatische Belastungsstörung recht gut [3]. Angst und Depression traten in der Originalstudie oft gemeinsam auf, die Auswertung zeigte aber zwei getrennte Bereiche [4]. Wenn dich auch Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit plagen, mach zusätzlich den Depressions-Test mit dem PHQ-9.

Für Deutschland hat eine Arbeitsgruppe um Bernd Löwe den GAD-7 im Jahr 2006 an 5.030 Menschen der Allgemeinbevölkerung geprüft. Der Fragebogen war in allen Gruppen gleich zuverlässig, die innere Konsistenz lag bei 0,89 [5]. Aus der Befragung stammen Vergleichswerte nach Geschlecht und Alter. Pfizer, das die Entwicklung gefördert hat, stellt den GAD-7 frei zur Verfügung. Für Vervielfältigung, Übersetzung, Darstellung oder Verbreitung ist keine Genehmigung nötig [2].

Grenzen des Tests

Der GAD-7 fragt nur die letzten zwei Wochen ab. Für die Diagnose einer generalisierten Angststörung müssen die Ängste mindestens sechs Monate an den meisten Tagen bestehen, sich nicht kontrollieren lassen, den Alltag beeinträchtigen und mit mindestens drei körperlichen Beschwerden einhergehen, etwa schnellem Puls, Zittern, Muskelverspannungen oder Magenproblemen [6]. Eine belastende Phase von wenigen Wochen kann den Wert also anheben, auch wenn diese Kriterien nicht erfüllt sind.

Manche Beschwerden haben auch körperliche Ursachen. Herzrasen kommt zum Beispiel bei einer Schilddrüsenüberfunktion vor oder kann durch bestimmte Medikamente und Drogen wie Amphetamine ausgelöst werden [6]. Wenn du vor allem in bestimmten Situationen Angst hast oder plötzliche Panikattacken erlebst, ist das eher kein Zeichen einer generalisierten Angststörung [6]. Für solche Fälle passt der Panikattacken-Test besser. Wie bei jedem Fragebogen zählt außerdem nur, was du selbst angibst. Wer seine Beschwerden herunterspielt oder eine Frage anders versteht als gemeint, bekommt ein schiefes Ergebnis.

Wann du dir Unterstützung holen solltest

Bei 10 Punkten oder mehr ist ein Gespräch mit der Hausarztpraxis sinnvoll. Sie ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man ärztlichen Rat braucht [6]. Du kannst dich auch direkt an eine psychotherapeutische Praxis wenden. Wie die psychotherapeutische Sprechstunde abläuft und wer Anspruch darauf hat, steht im Ratgeber Psychotherapeutische Sprechstunde. Nimm dein Testergebnis mit, die Zahl hilft beim Einstieg ins Gespräch.

Auch mit weniger Punkten lohnt sich ein Termin, wenn die Sorgen schon seit Monaten anhalten oder du wegen der Angst Dinge meidest, die dir früher leichtfielen. Viele Betroffene ziehen sich zurück und bleiben viel zu Hause, wo sie sich sicher fühlen [6].

Wann wird Angst zur Angststörung?

Angst hat eine Schutzfunktion. Wenn Gefahr droht, versetzt sie den Körper in Alarmbereitschaft, damit er schnell reagieren kann. Auch Sorgen um Arbeit, Familie oder Zukunft können davor bewahren, unvorsichtig zu handeln [6]. Zur Belastung wird Angst, wenn sie überhandnimmt. Menschen mit einer generalisierten Angststörung sorgen sich nahezu ständig, über große und kleine Dinge, und viele wissen dabei, dass ihre Ängste übertrieben sind. Kontrollieren können sie sie trotzdem nicht [6]. Manche fürchten sogar die Angst selbst oder sorgen sich darüber, dass sie sich dauernd sorgen.

Junge Frau steht in einer hellen Küche am Fenster und hält mit beiden Händen eine warme Tasse
Bild: KI-generiert

Der Körper reagiert mit: Das Herz schlägt schneller, der Atem wird flach, dazu kommen oft Zittern, Schwitzen, Muskelverspannungen oder Magenbeschwerden. Weil die ständige Anspannung erschöpft, schlafen viele schlecht und können sich schwer konzentrieren [6]. Etwa 5 von 100 Menschen erhalten im Laufe ihres Lebens die Diagnose generalisierte Angststörung, Frauen doppelt so häufig wie Männer. Meist beginnt sie im mittleren Erwachsenenalter und entwickelt sich langsam [6]. Wo die Grenze zwischen normaler Sorge und Störung verläuft, erklärt der Ratgeber Angststörung oder normale Angst?. Wenn die Anspannung eher von Termindruck und Belastung kommt, hilft der Akuter Stress Check bei der Einordnung.

Was bei einer Angststörung hilft

Eine generalisierte Angststörung lässt sich behandeln. Dazu gehört die kognitive Verhaltenstherapie, in der man lernt, Gedanken und Ängste zu steuern und zu verändern. Entspannungsverfahren wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Atemübungen helfen beim Umgang mit Stress und sind oft Teil der Therapie. Bei Bedarf kommen bestimmte Antidepressiva infrage [6]. Eine schnelle Heilung ist laut IQWiG nicht zu erwarten, eine Besserung ist aber oft schon nach einigen Wochen spürbar [6].

Mann in den Dreißigern sitzt in einem ruhigen Raum im Sessel und spricht mit einer Psychotherapeutin
Bild: KI-generiert

Eine ausgeprägte Angststörung kann sehr hartnäckig sein, oft dauert es viele Monate oder Jahre, bis sie überwunden ist. In einer Studie hatte nach zwei Jahren etwa jeder vierte Betroffene seine Angststörung überwunden. Langfristig gelingt das vielen, und im Alter gehen die Beschwerden oft zurück [6]. Hilfreich finden viele Betroffene, trotz der Angst aktiv zu bleiben, etwa mit Sport oder indem sie sich um andere Menschen kümmern [6].

  1. Gesundheitsfragebogen für Patienten (GAD-7), deutsche Version © Prof. Dr. Bernd Löwe, 2015, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Abdruck der LMU München). Ludwig-Maximilians-Universität München. Stand 2015. abgerufen am 27.10.2026
  2. Patient Health Questionnaire (PHQ) Screeners: Select a Screener. Pfizer Inc.. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  3. Instruction Manual: Instructions for Patient Health Questionnaire (PHQ) and GAD-7 Measures. Pfizer Inc., PHQ Screeners. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  4. Studie Spitzer RL, Kroenke K, Williams JB, Löwe B: A brief measure for assessing generalized anxiety disorder: the GAD-7. Arch Intern Med 2006; 166: 1092 bis 1097. Europe PMC. Stand 2006. abgerufen am 27.10.2026
  5. Studie Löwe B, Decker O, Müller S, Brähler E, Schellberg D, Herzog W, Herzberg PY: Validation and standardization of the Generalized Anxiety Disorder Screener (GAD-7) in the general population. Med Care 2008; 46: 266 bis 274. Europe PMC. Stand 2008. abgerufen am 27.10.2026
  6. Behörde Generalisierte Angststörung. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 27.03.2024. abgerufen am 27.10.2026

Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.

Passt dazu