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Kaufsucht-Test: Wie sehr bestimmt Shopping deinen Alltag?
Der Kaufsucht-Test fragt mit 12 eigenen Aussagen, wie oft du in den letzten 12 Monaten dem Kaufdrang nachgegeben, Budgets überschritten, aus Frust eingekauft oder Käufe verheimlicht hast. Je mehr Punkte, desto mehr Merkmale einer Kaufsucht zeigen sich in deinem Kaufverhalten. Eine Diagnose stellt der Check nicht, bei einem hohen Ergebnis helfen Suchtberatung und Schuldnerberatung weiter.
Selbsttest
Kaufsucht-Check
12 Fragen · 1 Zusatzfrage · etwa 3 Minuten · in den letzten 12 Monaten
- Du hast angegeben, dass wegen deiner Einkäufe manchmal oder oft Rechnungen liegen bleiben, Mahnungen kommen oder du Geld leihen musst. Warte damit nicht. Seriöse Schuldnerberatung ist kostenlos. Wende dich möglichst früh an eine offiziell anerkannte Beratungsstelle. Eine Suchtberatungsstelle kann dir zusätzlich helfen, das Kaufen selbst in den Griff zu bekommen.
- Du hast angegeben, dass du an den Tod denkst. Damit musst du nicht allein bleiben. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und anonym: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Auch Schulden und Scham lassen sich mit Unterstützung bewältigen.
Deine Antworten bleiben in diesem Browser. Ein Selbsttest ersetzt keine Diagnose. Grundlage: Eigener Check von check-dich-selbst.de nach den Merkmalen einer Kaufsucht aus einer internationalen Expertenbefragung (Müller u. a. 2021), kein validierter Fragebogen.
So wird ausgewertet
Der Kaufsucht-Test hat 12 Aussagen über die letzten 12 Monate. Gemeint ist jedes Einkaufen, im Geschäft genauso wie online oder per App. Bei jeder Aussage gibst du an, wie oft sie auf dich zutraf: nie (0 Punkte), selten (1 Punkt), manchmal (2 Punkte) oder oft (3 Punkte). Zusammen ergibt das 0 bis 36 Punkte. Drei Aussagen betreffen den Kaufdrang, drei die Kontrolle beim Einkaufen, zwei die Rolle von Gefühlen und vier die Folgen. Am Ende steht eine 13. Frage, die nicht mitzählt. Sie fragt nach Gedanken, nicht mehr leben zu wollen.
| Punkte | Einordnung | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| 0 bis 6 | Wenige Merkmale | Im Schnitt liegst du höchstens auf halbem Weg zwischen "nie" und "selten". Dein Kaufverhalten zeigt kaum Merkmale einer Kaufsucht. |
| 7 bis 12 | Einzelne Merkmale | Im Schnitt liegst du zwischen "nie" und "selten", bei 12 Punkten genau bei "selten". Einzelne Situationen laufen dir beim Einkaufen aus dem Ruder. |
| 13 bis 24 | Deutliche Merkmale | Deine Antworten liegen im Schnitt zwischen "selten" und "manchmal". Mehrere Merkmale treffen zumindest gelegentlich zu, ein Gespräch in einer Beratungsstelle lohnt sich. |
| 25 bis 36 | Viele Merkmale | Die meisten Aussagen treffen manchmal oder oft zu. Dein Kaufverhalten zeigt viele der Merkmale, die Fachleute für eine Kaufsucht beschreiben. Hol dir Unterstützung. |
Die Grenzen folgen der Antwortskala. Mit 6 Punkten liegst du im Schnitt auf halbem Weg zwischen "nie" und "selten", mit 12 Punkten im Schnitt bei "selten" und mit 24 Punkten im Schnitt bei "manchmal". Wir haben die Grenzen selbst gesetzt. An einer Stichprobe erprobt sind sie nicht, deshalb vergleicht dich das Ergebnis auch nicht mit anderen Menschen.
Zwei Antworten bekommen einen eigenen Hinweis, egal wie hoch deine Punktzahl ist. Wenn wegen deiner Einkäufe manchmal oder oft Rechnungen liegen bleiben, Mahnungen kommen oder du dir Geld leihen musst, nennt das Ergebnis den Weg zur Schuldnerberatung. Wenn du bei der letzten Frage angibst, dass du an den Tod denkst, bekommst du sofort die Nummern der Telefonseelsorge. Unter dem Ergebnis siehst du außerdem, in welchen der vier Bereiche mindestens eine Antwort bei "manchmal" oder höher liegt.
Was der Check misst
Dieser Check ist ein eigener Fragenkatalog von check-dich-selbst.de und kein validierter Fragebogen. Er stellt keine Diagnose. Er hilft dir, dein Kaufverhalten mit den Merkmalen abzugleichen, die Fachleute für eine Kaufsucht beschreiben, und zu entscheiden, ob du dir Rat holen willst.
Fachleute sprechen von Kaufsucht oder pathologischem Kaufen, in der englischen Forschung von "compulsive buying-shopping disorder". Gemeint ist eine starke gedankliche Beschäftigung mit Einkaufen, ein Kaufdrang, der als unwiderstehlich erlebt wird, und wiederholte Kaufexzesse, die Leid und Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Versuche, damit aufzuhören, scheitern, obwohl die Betroffenen merken, dass sie die Kontrolle verlieren, und nach dem Kauf Schuld und Reue spüren [2]. In der ICD-11, dem Diagnosesystem der Weltgesundheitsorganisation, hat die Kaufsucht keinen eigenen Code. Im Kodierwerkzeug ist sie als Beispiel unter "andere näher bezeichnete Störungen der Impulskontrolle" genannt [3].
Woran man eine Kaufsucht erkennt, haben 2021 Fachleute aus 35 Ländern in einer Delphi-Befragung festgelegt. Einig waren sie sich über diese Merkmale: ein aufdringlicher Kaufdrang oder ständige Gedanken ans Kaufen, eine verminderte Kontrolle, übermäßiges Kaufen von Dingen, die dann nicht benutzt werden, Einkaufen, um innere Zustände zu regulieren, negative Folgen in wichtigen Lebensbereichen, Beschwerden beim Aufhören und das Weitermachen trotz der Folgen [1]. Die Fragen dieses Checks verteilen sich auf vier dieser Bereiche. Sie sind eigene Formulierungen und stammen aus keinem veröffentlichten Fragebogen.
Zwei Merkmale lässt der Check bewusst weg: das Bedürfnis, immer mehr zu kaufen, und Beschwerden, wenn man nicht einkaufen kann. In Interviews mit 51 Menschen, die eine Kaufsucht erlebt haben, kamen diese beiden Merkmale seltener vor als Kontrollverlust, Kaufen zur Stimmungsregulation und Weitermachen trotz Folgen. Die Forschenden empfehlen, sie als zusätzliche, nicht zwingende Merkmale zu behandeln [8].
Grenzen des Tests
Der Check ist nur so genau wie deine Antworten. Bei den Fragen zu Heimlichkeit und Geld fällt Ehrlichkeit am schwersten, und gerade dort zeigt sich oft, wie weit das Kaufen schon reicht. Der Check fragt nicht nach Beträgen, weil dieselbe Summe für den einen Taschengeld und für die andere eine Monatsmiete ist.
Ein hohes Ergebnis heißt nicht automatisch, dass eine Kaufsucht vorliegt. Bei Menschen, die wegen einer Kaufsucht Hilfe suchten, hatten fast 90 Prozent im Lauf ihres Lebens mindestens eine weitere psychische Erkrankung, am häufigsten affektive Störungen wie eine Depression (74 Prozent) und Angststörungen (57 Prozent) [10]. Was hinter dem Kaufverhalten steckt, kann nur ein Gespräch mit einer Fachperson klären.
Umgekehrt schließt ein niedriges Ergebnis nicht aus, dass sich ein Problem anbahnt. Kaufsucht entsteht nach Angaben der Abteilung Sucht in Basel nicht von heute auf morgen. Das Einkaufen macht anfangs Spaß und übernimmt erst nach und nach eine Aufgabe, etwa negative Gefühle zu vertreiben [6]. Wenn du für jemand anderen antwortest, ist das Ergebnis nur eine grobe Schätzung. Wie du als Angehöriger mit der Sucht eines nahestehenden Menschen umgehen kannst, ohne dich selbst zu verlieren, beschreibt der Ratgeber Co-Abhängigkeit.
Wann du dir Unterstützung holen solltest
Hol dir Rat, wenn du 13 Punkte oder mehr hast, wenn du wegen deiner Einkäufe Schulden hast oder wenn du merkst, dass du dir selbst gesetzte Grenzen nicht einhalten kannst. Eine erste Anlaufstelle ist eine Suchtberatungsstelle in deiner Nähe. Das Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen hilft bei der Suche nach Ort und Thema [11]. Auf der Seite Hilfe finden steht außerdem die Sucht & Drogen Hotline, die du täglich von 8 bis 24 Uhr erreichst.
Wenn Rechnungen und Mahnungen sich stapeln, hilft eine Schuldnerberatung. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen schreibt, dass seriöse Schuldnerberatung kostenlos ist und dass du dich möglichst früh an eine anerkannte Beratungsstelle wenden solltest [7]. Vorsicht ist bei Anbietern geboten, die Versprechen nicht einhalten und unangemessene Bearbeitungsgebühren verlangen [7].
Für die Behandlung ist die kognitive Verhaltenstherapie in der Gruppe am besten untersucht. Eine Übersicht über 13 Behandlungsstudien kam zu dem Schluss, dass sie die Beschwerden lindern kann. Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und ein weiteres Medikament waren in kontrollierten Studien nicht besser als ein Scheinmedikament [3]. Die Studien waren allerdings oft methodisch schwach [3].
Wie verbreitet Kaufsucht ist
Eine Auswertung von 111 Studien aus 32 Ländern mit zusammen fast 135.000 Teilnehmenden schätzt den Anteil in bevölkerungsrepräsentativen Stichproben Erwachsener auf 4,6 Prozent. Bei Studierenden und jungen Erwachsenen lag er bei 9,2 Prozent, in Online-Stichproben bei 5,9 Prozent. In den repräsentativen Stichproben fanden die Forschenden keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern [4]. Für Deutschland ergab eine repräsentative Befragung von 2.350 Menschen einen Anteil von 6,9 Prozent, bei Frauen und Männern fast gleich. Jüngere waren häufiger betroffen als Ältere [5].

Online einzukaufen ist bequem und rund um die Uhr möglich. In einer Auswertung von 122 Patientinnen und Patienten mit Kaufsucht zeigte ein Drittel (33,6 Prozent) auch Merkmale einer Online-Kaufsucht. Diese Personen waren eher jünger und hatten stärkere Angst- und Depressionsbeschwerden [9]. Die Abteilung Sucht in Basel weist darauf hin, dass Kauf auf Rechnung, Kredit- und Kundenkarten und Ratenzahlung zu Spontankäufen verleiten, bei denen das Geld aus dem Blick gerät [6]. Deshalb fragt der Check ausdrücklich nach diesen Bezahlwegen.
Warum Kaufen zur Falle werden kann
Viele Betroffene kaufen, um sich besser zu fühlen. Das Einkaufen hilft kurzfristig gegen negative Gedanken, Einsamkeit oder ein geringes Selbstwertgefühl. Die Scham und die Schuldgefühle danach werden mit dem nächsten Einkauf verdrängt, und so entsteht ein Teufelskreis [6]. Einschneidende Ereignisse wie eine Trennung, der Verlust der Arbeit oder ein Todesfall können eine Kaufsucht auslösen oder verstärken [6].

Typisch ist auch, dass die gekauften Dinge kaum eine Rolle spielen. Einkäufe bleiben ungeöffnet oder ungebraucht liegen, während der nächste schon geplant ist, und vor Freunden und Angehörigen wird verheimlicht, wie viel gekauft wurde [6]. Die Folgen reichen von Streit in der Familie über Probleme bei der Arbeit bis zu finanziellen Schwierigkeiten [2]. Mehr über Ursachen, Folgen und Wege aus der Kaufsucht steht im Ratgeber Kaufsucht: Wenn Einkaufen nicht mehr aufhört. Viele Forschende ordnen die Kaufsucht wie das Glücksspiel den Verhaltenssüchten zu [2], mehr dazu im Glossar unter Verhaltenssucht. Wenn dich eher Wetten oder Automaten nicht loslassen, passt der Glücksspiel-Test.
- Studie Proposed diagnostic criteria for compulsive buying-shopping disorder: A Delphi expert consensus study. Journal of Behavioral Addictions 10(2):208 bis 222. Müller A, Laskowski NM, Trotzke P, Ali K, Fassnacht DB, de Zwaan M, Brand M, Häder M, Kyrios M. Stand 2021. abgerufen am 28.10.2026
- Studie Buying-shopping disorder: is there enough evidence to support its inclusion in ICD-11? CNS Spectrums 24(4):374 bis 379. Müller A, Brand M, Claes L, Demetrovics Z, de Zwaan M, Fernández-Aranda F, Frost RO, Jimenez-Murcia S, Lejoyeux M, Steins-Loeber S, Mitchell JE, Moulding R, Nedeljkovic M, Trotzke P, Weinstein A, Kyrios M. Stand 08/2019. abgerufen am 28.10.2026
- Studie Update on treatment studies for compulsive buying-shopping disorder: A systematic review. Journal of Behavioral Addictions 12(3):631 bis 651. Müller A, Laskowski NM, Thomas TA, Antons S, Tahmassebi N, Steins-Loeber S, Brand M, Georgiadou E. Stand 07/2023. abgerufen am 28.10.2026
- Studie Updated global prevalence estimates of compulsive buying-shopping disorder: Systematic review and meta-analysis with sex/gender-specific analyses. Journal of Behavioral Addictions (online vor Druck). Laskowski NM, Schaar P, Ballero Reque C, Tetzlaff BO, Brandt G, Müller A, Paslakis G. Stand 09.10.2026. abgerufen am 28.10.2026
- Studie Estimated prevalence of compulsive buying in Germany and its association with sociodemographic characteristics and depressive symptoms. Psychiatry Research 180(2 bis 3):137 bis 142. Mueller A, Mitchell JE, Crosby RD, Gefeller O, Faber RJ, Martin A, Bleich S, Glaesmer H, Exner C, de Zwaan M. Stand 12/2010. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Factsheet Kaufsucht: Wenn das Kaufverhalten ausser Kontrolle gerät. Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt, Abteilung Sucht. Stand 01/2022. abgerufen am 28.10.2026
- Organisation Seriöse Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen. Verbraucherzentrale Niedersachsen e. V.. Stand 17.04.2025. abgerufen am 28.10.2026
- Studie Evaluating diagnostic criteria for compulsive buying-shopping disorder. Psychology of Addictive Behaviors (online vor Druck). Ni N, Jones SB, David J, Müller A, Norberg MM. Stand 08.06.2026. abgerufen am 28.10.2026
- Studie Online shopping in treatment-seeking patients with buying-shopping disorder. Comprehensive Psychiatry 94:152120. Müller A, Steins-Loeber S, Trotzke P, Vogel B, Georgiadou E, de Zwaan M. Stand 10/2019. abgerufen am 28.10.2026
- Studie Latent profile analysis and comorbidity in a sample of individuals with compulsive buying disorder. Psychiatry Research 178(2):348 bis 353. Mueller A, Mitchell JE, Black DW, Crosby RD, Berg K, de Zwaan M. Stand 07/2010. abgerufen am 28.10.2026
- Fachgesellschaft Suchthilfeverzeichnis. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS). Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
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