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Panikattacken-Test: Sprechen deine Angstanfälle für ein Paniksyndrom?

Der Panikattacken-Test besteht aus den 15 Fragen des Panikmoduls im Gesundheitsfragebogen für Patienten (PHQ-D). Er zeigt, ob deine Angaben die Auswertungsregel der Entwickler für ein Paniksyndrom erfüllen: alle vier Fragen zu den Anfällen mit JA und mindestens vier Körpersymptome beim letzten schlimmen Anfall. Eine Diagnose stellt der Test nicht, dafür braucht es ein Gespräch in der Praxis.

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Panikattacken-Test (PHQ-Panikmodul)

15 Fragen · etwa 4 Minuten · letzte 4 Wochen

  1. Hatten Sie in den letzten 4 Wochen eine Angstattacke (plötzliches Gefühl der Furcht oder Panik)?
  2. Ist dies bereits früher einmal vorgekommen?
  3. Treten manche dieser Anfälle völlig unerwartet auf, d. h. in Situationen, in denen Sie nicht damit rechnen, dass Sie angespannt oder beunruhigt reagieren?
  4. Empfinden Sie diese Anfälle als stark beeinträchtigend, und/oder haben Sie Angst vor erneuten Anfällen?
  5. Denken Sie bitte an Ihren letzten schlimmen Angstanfall. Bekamen Sie schlecht Luft?
  6. Denken Sie bitte an Ihren letzten schlimmen Angstanfall. Hatten Sie Herzrasen, Herzklopfen oder unregelmäßigen Herzschlag?
  7. Denken Sie bitte an Ihren letzten schlimmen Angstanfall. Hatten Sie Schmerzen oder ein Druckgefühl in der Brust?
  8. Denken Sie bitte an Ihren letzten schlimmen Angstanfall. Haben Sie geschwitzt?
  9. Denken Sie bitte an Ihren letzten schlimmen Angstanfall. Hatten Sie das Gefühl zu ersticken?
  10. Denken Sie bitte an Ihren letzten schlimmen Angstanfall. Hatten Sie Hitzewallungen oder Kälteschauer?
  11. Denken Sie bitte an Ihren letzten schlimmen Angstanfall. Wurde Ihnen übel, hatten Sie Magenbeschwerden oder das Gefühl, Sie würden Durchfall bekommen?
  12. Denken Sie bitte an Ihren letzten schlimmen Angstanfall. Fühlten Sie sich schwindelig, benommen oder sind Sie ohnmächtig geworden?
  13. Denken Sie bitte an Ihren letzten schlimmen Angstanfall. Spürten Sie ein Kribbeln oder hatten Sie ein Taubheitsgefühl in Teilen Ihres Körpers?
  14. Denken Sie bitte an Ihren letzten schlimmen Angstanfall. Zitterten oder bebten Sie?
  15. Denken Sie bitte an Ihren letzten schlimmen Angstanfall. Hatten Sie Angst, Sie würden sterben?

Deine Antworten bleiben in diesem Browser. Ein Selbsttest ersetzt keine Diagnose. Grundlage: Panikmodul (Fragen 3 und 4) des Gesundheitsfragebogens für Patienten PHQ-D (Löwe, Spitzer, Zipfel, Herzog, © 2002 Pfizer); entwickelt von Spitzer, Williams, Kroenke und Kollegen mit Forschungsbeihilfe von Pfizer Inc.; keine Genehmigung erforderlich.

Die Fragen stammen aus dem Gesundheitsfragebogen für Patienten (PHQ), genauer aus seinem Teil zum Thema Angst, der autorisierten deutschen Fassung des Patient Health Questionnaire [1, 3]. Wir haben den Wortlaut nicht verändert. Deshalb stehen die Fragen in der Sie-Form, obwohl wir dich sonst duzen. Die ersten vier Fragen beziehen sich auf Angstattacken in den letzten vier Wochen, die übrigen elf auf deinen letzten schlimmen Angstanfall. Wenn du die erste Frage mit NEIN beantwortest, wähle bei allen weiteren Fragen ebenfalls NEIN. Auf dem Papierbogen springst du an dieser Stelle direkt zur nächsten Fragengruppe [1]. Die Auswertung läuft in deinem Browser, deine Antworten werden nicht übertragen oder gespeichert.

So wird ausgewertet

Das Panikmodul hat keinen Summenwert wie der PHQ-9. Die Entwickler werten es nach einer festen Regel aus: Ein Paniksyndrom liegt nach dem Fragebogen vor, wenn alle vier Fragen zu den Anfällen mit JA beantwortet sind und zusätzlich mindestens vier der elf Fragen zum letzten schlimmen Anfall [1, 3]. Damit das Testfenster diese Regel im Browser anwenden kann, zählt jedes JA bei den ersten vier Fragen 12 Punkte und jedes JA bei den elf Körperfragen 1 Punkt. Die Punktzahl hat sonst keine Bedeutung. Sie verschlüsselt nur, welche Bedingungen erfüllt sind, und ein Wert von 40 sagt nicht, dass es dir schlechter geht als mit 30.

PunkteWas du angegeben hastErgebnis nach der PHQ-Regel
0 bis 11Keine der vier Fragen zu den Anfällen mit JAkein Paniksyndrom
12 bis 47Mindestens eine, aber nicht alle vier Fragen zu den Anfällen mit JAkein Paniksyndrom
48 bis 51Alle vier Fragen zu den Anfällen mit JA, höchstens drei Körpersymptomekein Paniksyndrom, Regel knapp verfehlt
52 bis 59Alle vier Fragen zu den Anfällen mit JA, mindestens vier KörpersymptomePaniksyndrom

Die Zwischenstufen in der Tabelle stehen nicht im Manual. Wir zeigen sie, damit du siehst, woran es liegt, wenn die Regel nicht erfüllt ist. Das Manual nennt das Ergebnis "Paniksyndrom" und meint damit bewusst noch keine Diagnose: Der Fragebogen arbeitet auf der Ebene von Syndromen, eine Panikstörung als Krankheit stellt erst eine Fachperson fest [3].

Was der Test misst und woher er stammt

Der Patient Health Questionnaire wurde von Robert L. Spitzer, Janet B. W. Williams und Kurt Kroenke mit Forschungsbeihilfe von Pfizer entwickelt [1]. Er ist die Selbstausfüll-Fassung des älteren PRIME-MD, bei dem Ärztinnen und Ärzte die Fragen noch selbst stellen mussten. In der Validierungsstudie mit 3.000 Patientinnen und Patienten aus acht US-amerikanischen Hausarztpraxen führten 585 von ihnen kurz danach ein Gespräch mit einer Fachperson für psychische Gesundheit. Fragebogen und Fachleute kamen gut überein [4]. Der PHQ besteht aus Modulen. Das Panikmodul ist der Teil, der nach plötzlichen Angstanfällen fragt, nach Körpersymptomen und danach, ob die Anfälle belasten [3].

Die deutsche Fassung haben Bernd Löwe, Robert L. Spitzer, Stephan Zipfel und Wolfgang Herzog in Heidelberg erarbeitet [3]. Eine Heidelberger Studie mit 499 Patientinnen und Patienten aus der Inneren Medizin und der Psychosomatik hat geprüft, wie gut verschiedene Verfahren eine Panikstörung erkennen. Vergleichsmaßstab war ein strukturiertes klinisches Interview. Von allen geprüften Verfahren hatte der PHQ die besten Kennwerte. Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte hatten dagegen nur 15 Prozent der Panikstörungen bemerkt [5].

Pfizer stellt die PHQ-Fragebögen frei zur Verfügung. Für Vervielfältigung, Übersetzung, Darstellung oder Verbreitung ist keine Genehmigung nötig [1, 2].

Grenzen des Tests

Der Test beruht nur auf deinen eigenen Angaben. Das Manual verlangt, jedes Fragebogenergebnis im Gespräch zu prüfen, auch darauf, ob die Fragen richtig verstanden wurden [3]. Für die Diagnose einer Panikstörung müssen Fachleute außerdem körperliche Erkrankungen und die Wirkung von Medikamenten oder anderen Substanzen als Ursache der Angstsymptome ausschließen [3]. Das ist bei Panik besonders wichtig, weil manche ernsthaften körperlichen Erkrankungen ähnliche Beschwerden machen. Ärztinnen und Ärzte stellen deshalb zuerst sicher, dass keine körperliche Störung dahintersteckt [7].

Der Test fragt nach den letzten vier Wochen und nach einem einzigen Anfall, dem letzten schlimmen. Wer gerade eine ruhige Phase hat, kann deshalb unter der Regel bleiben, obwohl er früher häufig Anfälle hatte. Panikattacken kommen außerdem bei anderen Angststörungen und bei Depressionen vor [7]. Ein JA bei den ersten Fragen heißt also nicht automatisch Panikstörung. Wenn dich vor allem Sorgen und Anspannung über längere Zeit begleiten, passt der Angst-Test mit dem GAD-7 besser. Wie sich behandlungsbedürftige Angst von normaler Angst unterscheidet, erklärt der Ratgeber Angststörung oder normale Angst?.

Wann du dir Unterstützung holen solltest

Wenn du die Regel erfüllst oder knapp verfehlst, lohnt sich ein Termin in deiner Hausarztpraxis. Dort kannst du besprechen, welche Behandlung für dich infrage kommt: Psychotherapie, Medikamente oder beides [6]. Nimm dein Testergebnis mit. Auch ohne erfülltes Kriterium solltest du dir laut dem Gesundheitsportal des Bundes Hilfe suchen, wenn die Ängste deine Lebensqualität und Bewegungsfreiheit erheblich einschränken, wenn du sie oft mit Alkohol, Drogen oder Beruhigungstabletten bekämpfst oder wenn du ihretwegen schon an Selbsttötung gedacht hast [6]. Wenn du gerade daran denkst, dir etwas anzutun, erreichst du die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Wie du das Gespräch vorbereitest, steht im Ratgeber Auffälliges Testergebnis: Wie geht es weiter?. Psychotherapeutische und psychiatrische Praxen in deiner Nähe findest du über die Kassenärztliche Vereinigung unter 116 117 [6].

Ärztin in den Vierzigern hört in einer hellen Hausarztpraxis das Herz eines Mannes in den Fünfzigern ab
Bild: KI-generiert

Was bei einer Panikattacke passiert

Eine Panikattacke ist eine kurze Phase extremer Angst oder Furcht, die plötzlich einsetzt und von körperlichen oder seelischen Beschwerden begleitet wird [7]. Typisch sind Herzklopfen, Atemnot, Schwitzen, Zittern, Schwindel, Übelkeit, Kribbeln, Hitzewallungen oder Kälteschauer und die Angst zu sterben [7]. Die Beschwerden erreichen meist innerhalb von 10 Minuten ihren Höhepunkt [7]. Der britische National Health Service gibt an, dass die meisten Attacken 5 bis 20 Minuten dauern [9]. So bedrohlich sie sich anfühlen: Eine Panikattacke ist nicht gefährlich und richtet keinen körperlichen Schaden an [7, 9].

Frau Ende zwanzig sitzt an einem Herbstmorgen auf einer Parkbank, eine Hand auf der Brust, und atmet langsam aus
Bild: KI-generiert

Das Gesundheitsportal des Bundes beschreibt, wie sich die Angst aufschaukeln kann. Jemand bemerkt in einem vollen Kaufhaus, dass er schwitzt, und denkt, mit ihm stimme etwas nicht. Die Angst setzt Stresshormone frei, der Puls steigt, es drückt in der Brust, und der Gedanke "Ich bekomme einen Herzinfarkt" steigert die Angst weiter, bis daraus Panik wird [6]. Viele Betroffene bekommen nach einem ersten Anfall Angst vor dem nächsten, die Angst vor der Angst [6]. Was du in einem solchen Moment tun kannst, beschreibt der Ratgeber Panikattacke: Was hilft im Moment?.

Panikattacke und Panikstörung

Panikattacken sind häufig. Nach dem MSD Manual erleben mindestens 11 Prozent der Erwachsenen pro Jahr eine, und die meisten erholen sich ohne Behandlung [7]. Von einer Panikstörung sprechen Fachleute, wenn die Anfälle wiederholt und unerwartet kommen und sich jemand über mindestens einen Monat ständig vor weiteren Anfällen fürchtet oder sein Verhalten ändert, um sie zu vermeiden [7]. Eine Panikstörung haben jedes Jahr 2 bis 3 Prozent der Bevölkerung, Frauen doppelt so oft wie Männer. Sie beginnt meist im späten Jugend- oder frühen Erwachsenenalter [7]. Wer bestimmte Orte meidet, etwa Kaufhäuser oder Bahnfahrten, kann seine Ängste damit auf immer mehr Situationen ausweiten [6]. Ohne Behandlung steigt das Risiko für weitere psychische Erkrankungen wie Platzangst (Agoraphobie), andere Phobien oder Probleme mit Alkohol und Drogen [9].

Eine Panikstörung lässt sich behandeln [9]. Unter den Psychotherapien ist die Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie bei Angststörungen am besten belegt. Bei den Medikamenten gelten moderne Antidepressiva bei der Panikstörung als Mittel der ersten Wahl [8]. Ein Baustein der Verhaltenstherapie sind Übungen, bei denen sich Betroffene der Angst schrittweise stellen. Sie lernen dabei, dass die Angst von selbst wieder nachlässt, meist nach 5 bis 30 Minuten [6, 8]. Solche Übungen gehören in fachliche Begleitung, weil sie anfangs sehr viel Angst machen können [6]. Langsames, tiefes Atmen kann im Moment helfen; Anleitungen dazu findest du im Ratgeber Atemübungen gegen Stress [9].

  1. Gesundheitsfragebogen für Patienten (PHQ), deutsche Fassung für Deutschland. Pfizer Inc., PHQ Screeners. Stand ohne Datum. abgerufen am 28.10.2026
  2. Patient Health Questionnaire (PHQ) Screeners: Select a Screener. Pfizer Inc.. Stand ohne Datum. abgerufen am 28.10.2026
  3. Gesundheitsfragebogen für Patienten (PHQ-D): Manual Komplettversion und Kurzform, 2. Auflage (Löwe, Spitzer, Zipfel, Herzog). Universitätsklinikum Heidelberg, © 2002 Pfizer. Stand 2002. abgerufen am 28.10.2026
  4. Studie Spitzer RL, Kroenke K, Williams JB: Validation and utility of a self-report version of PRIME-MD: the PHQ primary care study. JAMA 1999; 282(18): 1737 bis 1744. PubMed. Stand 1999. abgerufen am 28.10.2026
  5. Studie Löwe B, Gräfe K, Zipfel S u. a.: Detecting panic disorder in medical and psychosomatic outpatients: comparative validation of the Hospital Anxiety and Depression Scale, the Patient Health Questionnaire, a screening question, and physicians' diagnosis. J Psychosom Res 2003; 55(6): 515 bis 519. PubMed. Stand 2003. abgerufen am 28.10.2026
  6. Behörde Mit Angst umgehen: hilfreiche Maßnahmen. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (geprüft durch die DGPPN). Stand 03.09.2025. abgerufen am 28.10.2026
  7. Organisation Panikattacken und Panikstörungen (Ausgabe für Patienten). MSD Manual, Barnhill JW. Stand Januar 2026. abgerufen am 28.10.2026
  8. Studie Ströhle A, Gensichen J, Domschke K: The Diagnosis and Treatment of Anxiety Disorders. Dtsch Arztebl Int 2018; 115(37): 611 bis 620. PubMed Central. Stand 14.09.2018. abgerufen am 28.10.2026
  9. Behörde Panic disorder. National Health Service (NHS), England. Stand 22.08.2023. abgerufen am 28.10.2026
  10. Behörde Herzinfarkt. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 28.08.2020. abgerufen am 28.10.2026

Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.

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