TestsSelbsttest
Depressions-Test (PHQ-9): Wie stark sind deine Beschwerden?
Der PHQ-9 ist ein kurzer Fragebogen mit neun Fragen zu Beschwerden der letzten zwei Wochen, der in Arztpraxen und Studien verbreitet ist. Ein Wert ab 10 von 27 Punkten gilt als Hinweis, die Beschwerden ärztlich oder psychotherapeutisch abklären zu lassen. Eine Diagnose stellt der Test nicht, er zeigt, wie ausgeprägt deine Beschwerden gerade sind.
Selbsttest
Depressions-Test PHQ-9
9 Fragen · etwa 2 Minuten · letzte 2 Wochen
- Du hast Gedanken angegeben, lieber tot zu sein oder dir Leid zuzufügen. Das ist unabhängig von deiner Punktzahl ein Grund, heute noch mit jemandem zu sprechen.
Deine Antworten bleiben in diesem Browser. Ein Selbsttest ersetzt keine Diagnose. Grundlage: PHQ-9, deutsche Fassung PHQ-D (Löwe, Spitzer, Zipfel, Herzog, © 2002 Pfizer); entwickelt von Spitzer, Williams, Kroenke und Kollegen mit Forschungsbeihilfe von Pfizer Inc.; keine Genehmigung erforderlich.
Die neun Fragen stammen aus dem Gesundheitsfragebogen für Patienten (PHQ-D), der autorisierten deutschen Fassung des Patient Health Questionnaire [1, 3]. Wir haben den Wortlaut nicht verändert. Deshalb stehen die Fragen in der Sie-Form, obwohl wir dich sonst duzen. Beantworte jede Frage danach, wie oft dich die Beschwerde in den letzten zwei Wochen beeinträchtigt hat. Die Auswertung läuft in deinem Browser, deine Antworten werden nicht übertragen oder gespeichert.
So wird ausgewertet
Jede Antwort hat einen Punktwert: "Überhaupt nicht" zählt 0, "An einzelnen Tagen" 1, "An mehr als der Hälfte der Tage" 2 und "Beinahe jeden Tag" 3 Punkte. Die Summe über alle neun Fragen liegt zwischen 0 und 27 [3]. Die Grenzen der Stufen stammen aus dem Manual der deutschen Fassung [3] und decken sich mit der Originalstudie von Kroenke, Spitzer und Williams, in der 5, 10, 15 und 20 Punkte als Schwellen für leichte, mittlere, mittelschwere und schwere Ausprägung bestimmt wurden [5].
| Punkte | Symptomschwere | Was das Manual dazu sagt |
|---|---|---|
| 0 bis 4 | minimal | Unter 5 Punkten liegt praktisch nie eine depressive Störung vor. |
| 5 bis 9 | mild | Typisch für leichte oder unterschwellige depressive Beschwerden. |
| 10 bis 14 | mittel | Bei einer Major Depression sind 10 Punkte und mehr zu erwarten, hier mit mittlerem Ausmaß. |
| 15 bis 19 | ausgeprägt | Ausgeprägtes Ausmaß der Beschwerden. |
| 20 bis 27 | schwer | Schwerstes Ausmaß der Beschwerden. |
Die Entwickler bezeichnen einen Wert ab 10 Punkten als gelbes Warnsignal, das auf eine möglicherweise behandlungsbedürftige Erkrankung hinweist. Ab 15 Punkten sprechen sie von einem roten Signal, bei dem eine aktive Behandlung wahrscheinlich angezeigt ist [4]. In der ursprünglichen Validierungsstudie erkannte ein Wert ab 10 Punkten eine Major Depression mit 88 Prozent Sensitivität und 88 Prozent Spezifität [5]. Von 100 Menschen mit Major Depression lagen also 88 bei 10 Punkten oder mehr, und von 100 Menschen ohne Major Depression lagen 88 darunter.
Die neunte Frage nach Gedanken, lieber tot zu sein oder sich Leid zuzufügen, wird gesondert betrachtet. Laut Manual zählt sie immer, sobald etwas anderes als "Überhaupt nicht" angekreuzt ist [3]. Ob tatsächlich ein Risiko besteht, kann nach den Unterlagen des Rechteinhabers nur ein Gespräch mit einer Fachperson klären [4]. Deshalb zeigt dir der Test bei dieser Frage ab einem Punkt einen Hinweis auf Hilfe, egal wie hoch deine Gesamtsumme ist.
Was der Test misst und woher er stammt
Der PHQ-9 ist das Depressionsmodul des Patient Health Questionnaire. Robert L. Spitzer, Janet B. W. Williams und Kurt Kroenke haben ihn in den 1990er Jahren mit Forschungsförderung von Pfizer entwickelt [2, 4]. Jede der neun Fragen entspricht einem der neun Kriterien für eine Major Depression im damaligen amerikanischen Diagnosesystem DSM-IV [5]. Geprüft wurde der Fragebogen an 6.000 Patientinnen und Patienten in Hausarzt- und Frauenarztpraxen. 580 von ihnen wurden zusätzlich von Fachleuten für psychische Gesundheit unabhängig befragt, und mit steigender Punktzahl sanken Alltagsfunktion und Gesundheit messbar [5].
Die deutsche Fassung haben Bernd Löwe, Robert L. Spitzer, Stephan Zipfel und Wolfgang Herzog in Heidelberg erarbeitet, mit Übersetzung und Rückübersetzung in mehreren Schritten [3]. Geprüft wurde sie an 1.619 Klinik- und Hausarztpatienten, bei 528 davon mit dem Strukturierten Klinischen Interview als Vergleich. Nach ersten Ergebnissen stimmten Fragebogen und Interview gut überein [3]. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression nennt den PHQ-9 als einen der wenigen Fragebögen, die sich im Praxisalltag ohne großen Aufwand und ohne Kosten einsetzen lassen. Er gilt dort als valide und als empfindlich für Veränderungen über die Zeit [6].
Pfizer stellt den Fragebogen samt Übersetzungen frei zur Verfügung. Für Vervielfältigung, Übersetzung, Darstellung oder Verbreitung ist keine Genehmigung nötig [1, 2].
Grenzen des Tests
Der PHQ-9 beruht allein auf deinen eigenen Angaben. Das Manual der deutschen Fassung verlangt deshalb, jedes Fragebogenergebnis im Gespräch zu überprüfen, auch darauf, ob die Fragen richtig verstanden wurden [3]. Für eine Diagnose muss eine Ärztin oder ein Therapeut außerdem andere Ursachen ausschließen: eine einfache Trauerreaktion, eine frühere manische Phase, körperliche Erkrankungen sowie Medikamente oder Drogen als Auslöser [3]. Zu den körperlichen Erkrankungen, die zu einer Depression beitragen können, zählt etwa eine Schilddrüsenunterfunktion [7].
Der Test bildet nur die letzten zwei Wochen ab. Eine schlechte Phase nach einem Verlust oder einer Trennung kann den Wert anheben, ohne dass eine Depression dahintersteckt. Umgekehrt kann jemand eine niedrige Summe erreichen und trotzdem stark belastet sein, etwa wenn wenige Beschwerden sehr schwer wiegen. Im Original folgt nach den neun Fragen noch eine Frage dazu, wie sehr die Probleme Arbeit, Haushalt und Umgang mit anderen erschweren. Sie fließt in keinen Punktwert ein und fehlt deshalb hier [1, 4]. Für Jugendliche haben die Entwickler eine eigene Fassung herausgebracht, den PHQ-A [4]. Bei uns gibt es für diese Altersgruppe den Stimmungs-Check für Teens.
Wann du dir Unterstützung holen solltest
Bei 10 Punkten oder mehr lohnt sich ein Termin in der Hausarztpraxis oder einer psychotherapeutischen Sprechstunde. Für die meisten Menschen ist die Hausärztin oder der Hausarzt die erste Anlaufstelle bei seelischen Beschwerden, du kannst dich aber auch direkt an eine psychotherapeutische oder psychiatrische Praxis wenden [7]. Nimm dein Testergebnis mit. Der PHQ-9 ist in der Praxis breit im Einsatz, Fachleute können mit der Zahl also etwas anfangen [6]. Wie du das Gespräch vorbereitest, steht im Ratgeber Auffälliges Testergebnis: Wie geht es weiter?.
Auch mit weniger Punkten ist ein Gespräch sinnvoll, wenn die Beschwerden schon länger anhalten oder dich im Alltag spürbar einschränken. Und wenn du bei Frage 9 etwas anderes als "Überhaupt nicht" angekreuzt hast, sprich bald mit jemandem darüber. Warnzeichen und Wege zur Hilfe beschreibt der Ratgeber Suizidgedanken: Warnzeichen erkennen und Hilfe holen.
Woran Fachleute eine Depression erkennen
Traurige Tage kennt jeder. Bei einer Depression halten die gedrückte Stimmung und die negativen Gedanken an und überschatten Denken und Handeln [7]. Fachleute unterscheiden drei Hauptsymptome: gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit mit wenig Interesse an Dingen, die vorher wichtig waren, und Antriebsmangel mit schneller Erschöpfung. Dazu kommen Nebensymptome wie schlechte Konzentration, geringes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle, innere Unruhe, Hoffnungslosigkeit, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Gedanken an Selbsttötung. Halten mehrere Haupt- und Nebensymptome zwei Wochen oder länger an, wird eine Depression festgestellt [7]. Auch der PHQ-9 fragt nach den letzten zwei Wochen. Mehr dazu liest du im Ratgeber Depression erkennen.

Depressionen sind häufig. Etwa 16 bis 20 von 100 Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens daran [7]. In der bundesweiten NAKO-Gesundheitsstudie lagen 7,8 Prozent der Teilnehmenden beim PHQ-9 bei 10 Punkten oder mehr [6]. Frauen sind häufiger betroffen als Männer [7]. Über die Hälfte der Erkrankten hat noch weitere Erkrankungen, darunter Angst- und Panikstörungen [7]. Wenn dich neben der Stimmung vor allem Sorgen und Anspannung beschäftigen, kann der Angst-Test mit dem GAD-7 eine Ergänzung sein.
Wie es nach einem hohen Wert weitergeht
Die Behandlung richtet sich danach, wie viele Beschwerden du hast, wie schwer sie sind und wie stark sie dich einschränken. Bei einer ersten leichten depressiven Episode empfiehlt die Nationale VersorgungsLeitlinie zunächst niedrigschwellige Angebote wie beratende Gespräche oder Online-Programme. Bei mittelschweren Depressionen kommen Psychotherapie oder Medikamente infrage, bei schweren Depressionen sollen beide kombiniert werden [6]. Etwa die Hälfte der Menschen, die wegen einer Depression behandelt werden, spürt nach drei bis sechs Monaten eine deutliche Besserung [7].

Wenn du den Test später wiederholst, achte auf größere Sprünge. Die Leitlinie nennt für den PHQ-9 eine Veränderung um 5 Punkte als kleinsten Unterschied, der klinisch bedeutsam ist [6]. Ein Unterschied von ein oder zwei Punkten liegt deutlich darunter.
- Gesundheitsfragebogen für Patienten 9 (PHQ-9), deutsche Fassung für Deutschland. Pfizer Inc., PHQ Screeners. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Patient Health Questionnaire (PHQ) Screeners: Select a Screener. Pfizer Inc.. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Gesundheitsfragebogen für Patienten (PHQ-D): Manual Komplettversion und Kurzform, 2. Auflage (Löwe, Spitzer, Zipfel, Herzog). Universitätsklinikum Heidelberg, © 2002 Pfizer. Stand 2002. abgerufen am 27.10.2026
- Instruction Manual: Instructions for Patient Health Questionnaire (PHQ) and GAD-7 Measures. Pfizer Inc., PHQ Screeners. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Studie Kroenke K, Spitzer RL, Williams JB: The PHQ-9. Validity of a brief depression severity measure. J Gen Intern Med 2001; 16: 606 bis 613. Europe PMC. Stand 2001. abgerufen am 27.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung Version 3.2. BÄK, KBV, AWMF (NVL-Programm). Stand 2023. abgerufen am 27.10.2026
- Behörde Depression. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.12.2023. abgerufen am 27.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
Passt dazu
-
Tests Glücksspiel-Test
Glücksspiel-Check mit 10 Fragen zu Einsätzen, Verlusten, Kontrolle und Folgen.
-
Tests Mediensucht-Test
Mediensucht-Test als eigener Check: 12 Fragen zu Kontrolle, Vorrang und Folgen deiner Handy-, Internet- und Spielnutzung.
-
Tests Nikotinabhängigkeit-Test
Nikotin-Check mit 10 Fragen zu Verlangen, Entzug und Kontrolle, für Zigaretten, E-Zigaretten und Tabakerhitzer.
-
Ratgeber Angehörige mit Depression unterstützen, ohne dich selbst zu verlieren
Wenn Angehörige eine Depression haben: was ihnen hilft, was eher schadet, wie du bei Suizidgedanken reagierst und wo du …