Likert-Skala: Was die Antwortstufen im Fragebogen bedeuten

Eine Likert-Skala ist eine abgestufte Antwortskala, meist mit fünf Stufen von "trifft überhaupt nicht zu" bis "trifft voll und ganz zu". Jede Stufe bekommt eine Zahl, aus mehreren Aussagen zum selben Thema entsteht ein Gesamtwert. Benannt ist sie nach dem Sozialforscher Rensis Likert.

Eine Likert-Skala ist eine Antwortskala, auf der du bei einer Aussage angibst, wie sehr du ihr zustimmst, meist in fünf Stufen von "trifft überhaupt nicht zu" bis "trifft voll und ganz zu". Die mittlere Stufe ist neutral, etwa "teils/teils". Jede Stufe bekommt eine Zahl. Fragt ein Fragebogen mehrere Aussagen zum selben Thema ab, werden diese Zahlen zu einem Wert zusammengefasst [1]. Benannt ist die Skala nach R. Likert (1903 bis 1981) [1], der die Methode 1932 eingeführt hat [2].

Wie eine Likert-Skala aufgebaut ist

Streng genommen fragt eine Likert-Skala nach Zustimmung, also "stimme zu" bis "lehne ab". Daneben gibt es Skalen, die direkt nach Häufigkeit, Wichtigkeit oder Zufriedenheit fragen. Die Methodenforschung nennt sie direkte oder itemspezifische Ratingskalen [2]. Ein Beispiel ist der Depressions-Fragebogen PHQ-9: Dort wählst du für jede Beschwerde zwischen "Überhaupt nicht", "An einzelnen Tagen", "An mehr als der Hälfte der Tage" und "Beinahe jeden Tag". Diese Stufen zählen 0 bis 3 Punkte [3].

Wie viele Stufen sinnvoll sind, ist gut untersucht. Übersichtsarbeiten kommen zu dem Schluss, dass fünf bis sieben Kategorien am besten messen. Bei zu vielen Stufen wird unklar, was eine einzelne Stufe bedeutet, bei zu wenigen unterscheidet die Skala zu grob [2]. Hilfreich ist außerdem, wenn jede Stufe mit Worten beschriftet ist und nicht nur die beiden Enden. Das erhöht die Zuverlässigkeit der Antworten, besonders bei Menschen mit wenig formaler Bildung [2].

Was du beim Ausfüllen wissen solltest

Die neutrale Mitte ist umstritten. Manche Befragte wählen sie, weil sie wirklich unentschieden sind. Andere wählen sie, weil es bequem ist, oder weil sie keine Meinung zum Thema haben. Trotzdem empfehlen die meisten Forschenden, eine Mitte anzubieten, damit Menschen mit neutraler Haltung nicht auf eine falsche Antwort ausweichen müssen [2].

Zustimmungsskalen haben einen bekannten Nachteil: Manche Menschen stimmen eher zu, egal was in der Aussage steht. Fachleute nennen das Akquieszenz oder Ja-Sage-Tendenz. Für Aussagen wie "Ich bin häufig traurig" empfehlen Methodenforscher deshalb, direkt nach der Häufigkeit zu fragen, weil das genauer misst [2]. Der PHQ-9 arbeitet genau so und fragt bei jeder Beschwerde, wie oft sie dich in den letzten zwei Wochen belastet hat [3].

Beim Ausfüllen hilft es, jede Aussage einzeln zu lesen. Nimm dann die Stufe, die am besten passt. Ein einzelnes Kreuz entscheidet selten über das Ergebnis. Aussagekräftig ist erst der Punktwert über alle Fragen. Wie aus dieser Summe eine Einschätzung wird, zeigt der Eintrag Cut-off-Wert. Ein Beispiel mit vierstufiger Häufigkeitsskala ist unser Depressions-Test mit dem PHQ-9. Was einen guten Fragebogen sonst ausmacht, steht im eigenen Eintrag.

  1. Organisation Likert-Skala (Borg I.), in: Dorsch Lexikon der Psychologie. Hogrefe Verlag. Stand 02.09.2019. abgerufen am 28.10.2026
  2. Studie Menold N., Bogner K.: Gestaltung von Ratingskalen in Fragebögen (SDM Survey Guidelines), Version 1.0. GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Mannheim. Stand 01/2015. abgerufen am 28.10.2026
  3. Gesundheitsfragebogen für Patienten 9 (PHQ-9), deutsche Fassung für Deutschland. Pfizer Inc., PHQ Screeners. Stand ohne Datum. abgerufen am 28.10.2026

Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.

Passt dazu

  • Punktwert

    Der Punktwert fasst deine Antworten in einem Fragebogen zu einer Zahl zusammen.

  • Differenzialdiagnose

    Differenzialdiagnose heißt, ähnliche Erkrankungen gegeneinander abzugrenzen.

  • ICD-11

    Die ICD-11 ist die aktuelle Fassung der WHO-Klassifikation der Krankheiten.

  • Tests Cannabis-Test

    Cannabis-Test als eigener Check: 10 Fragen zu Häufigkeit, Kontrolle und Folgen in den letzten 12 Monaten.