Fragebogen: Was der Begriff in der Gesundheit bedeutet
Ein Fragebogen ist eine festgelegte Reihe von Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten, die schriftlich beantwortet werden. In der Medizin und Psychologie dient er dazu, Beschwerden einheitlich zu erfassen und mit einem Punktwert vergleichbar zu machen.
Ein Fragebogen ist eine festgelegte Reihe von Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten, die eine Person schriftlich oder am Bildschirm beantwortet. Weil alle dieselben Fragen in derselben Reihenfolge bekommen, lassen sich die Antworten verschiedener Menschen oder einer Person zu verschiedenen Zeitpunkten vergleichen. In der Medizin und Psychologie werden Fragebögen eingesetzt, um Beschwerden zu erfassen, ihren Schweregrad abzuschätzen und den Verlauf einer Behandlung zu verfolgen [1].
Selbstbeurteilung und Fremdbeurteilung
Bei einem Fragebogen zur Selbstbeurteilung gibst du selbst Auskunft über deine Beschwerden. Bei der Fremdbeurteilung schätzt eine Fachperson die Beschwerden ein, oft mit einer Ratingskala im Gespräch [1]. Für Depressionen gibt es Verfahren beider Art. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression hält allerdings die meisten Depressionsskalen außerhalb spezialisierter Einrichtungen für zu aufwendig. Nur der PHQ-9 und die Geriatrische Depressionsskala lassen sich nach ihrer Einschätzung im Praxisalltag ohne großen Zeitaufwand und ohne Kosten einsetzen [1]. Der PHQ-9 wird laut Leitlinie in zahlreichen Therapiestudien genutzt, um Behandlungserfolge zu messen, und ist auch in der klinischen Praxis breit im Einsatz [1].
Wie ein Fragebogen in der Praxis genutzt wird
Der Gesundheitsfragebogen für Patienten (PHQ-D) ist die autorisierte deutsche Fassung des amerikanischen Patient Health Questionnaire und liegt als Komplettversion und als Kurzform vor [2]. Sein Manual beschreibt einen typischen Ablauf: Patientinnen und Patienten bekommen den Fragebogen beim Eintreffen in der Praxis und füllen ihn während der Wartezeit aus. Weil er schnell ausgewertet ist, kann die Ärztin oder der Arzt die Ergebnisse direkt im Gespräch aufgreifen [2]. Da der Fragebogen ausschließlich auf Selbstangaben beruht, verlangt das Manual, die Ergebnisse im Gespräch zu überprüfen. Dazu gehört die Frage, ob die Fragen richtig verstanden wurden [2].
Woran du einen guten Fragebogen erkennst
Für Fragebögen gibt es drei Gütekriterien: Objektivität, Reliabilität und Validität [3]. Ein guter Fragebogen liefert also unabhängig davon, wer ihn auswertet, dasselbe Ergebnis, er misst genau und er erfasst das, was er erfassen soll. Ob das zutrifft, zeigen Studien, in denen der Fragebogen geprüft wird. Bei der Entwicklung neuer Fragebögen werden zum Beispiel Fokusgruppen eingesetzt, in denen 8 bis 12 Personen in einer moderierten Runde über vorgegebene Fragen sprechen [3].
Die Antworten in einem Fragebogen sind meist abgestuft, etwa von "überhaupt nicht" bis "beinahe jeden Tag". Jede Stufe bekommt Punkte, und aus der Summe entsteht der Punktwert, der dann mit festgelegten Grenzen verglichen wird. Auf check-dich-selbst.de findest du beides: geprüfte Fragebögen aus der Forschung, die wir unverändert übernehmen, und eigene Checks, die als solche gekennzeichnet sind. Eine Übersicht steht auf der Seite Alle Tests.
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung Version 3.2. BÄK, KBV, AWMF (NVL-Programm). Stand 2023. abgerufen am 28.10.2026
- Gesundheitsfragebogen für Patienten (PHQ-D): Manual Komplettversion und Kurzform, 2. Auflage (Löwe, Spitzer, Zipfel, Herzog). Universitätsklinikum Heidelberg, © 2002 Pfizer. Stand 2002. abgerufen am 28.10.2026
- Fachgesellschaft Glossar zur Evidenzbasierten Medizin (Stichworte Testgütekriterien, Fokusgruppe). Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V. (EbM-Netzwerk). Stand Oktober 2018. abgerufen am 28.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
Passt dazu
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Likert-Skala
Eine Likert-Skala lässt dich einer Aussage in fünf Stufen zustimmen oder sie ablehnen.
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Punktwert
Der Punktwert fasst deine Antworten in einem Fragebogen zu einer Zahl zusammen.
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Differenzialdiagnose
Differenzialdiagnose heißt, ähnliche Erkrankungen gegeneinander abzugrenzen.