ICD-11: Die neue Klassifikation der Krankheiten
Die ICD-11 ist die elfte Fassung der Internationalen Klassifikation der Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation. Sie gilt international seit dem 01.01.2022 und hat rund 17.000 Codes. In Deutschland werden Diagnosen in Praxis und Klinik bis zur Einführung weiter mit der ICD-10-GM verschlüsselt.
Die ICD-11 ist die elfte Revision der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, mit der die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Krankheiten weltweit einheitlich benennt und verschlüsselt. Die Weltgesundheitsversammlung hat sie im Mai 2019 verabschiedet, seit dem 01.01.2022 ist sie grundsätzlich in Kraft [1]. Laut WHO umfasst sie rund 17.000 eindeutige Codes und mehr als 120.000 kodierbare Begriffe und ist vollständig digital aufgebaut [2].
Wofür die ICD gebraucht wird
Jede Diagnose bekommt in der ICD einen Code aus Buchstaben und Ziffern. So lassen sich Todesursachen und Erkrankungen zwischen Ländern und über Jahre vergleichen. In der ICD-10 hat eine einzelne depressive Episode zum Beispiel den Code F32, in der ICD-11 den Code 6A70 [3]. Auch ein Teil der Inhalte hat sich geändert. Für eine depressive Episode verlangt die ICD-11 mindestens fünf Symptome statt vier. Beim Schweregrad zählen neben der Zahl der Symptome auch ihre Stärke und die Frage, wie sehr der Alltag eingeschränkt ist [3]. Neu hinzugekommen sind mit der Fassung von 2022 klinische Beschreibungen und diagnostische Anforderungen für psychische Erkrankungen [2]. Burnout ist in der ICD-11 weiterhin keine Behandlungsdiagnose. Die Versorgungsleitlinie beschreibt es dort als Risikofaktor für psychische Erkrankungen wie Depressionen [3].
Stand in Deutschland
Ob und wann ein Land auf die ICD-11 umsteigt, entscheidet jeder Mitgliedstaat der WHO selbst. In Deutschland gilt bis zur Einführung weiter die ICD-10: die ICD-10-WHO für die Todesursachenstatistik und die ICD-10-GM für Diagnosen in Praxis, Klinik und Abrechnung. Wann die ICD-11 für Todesursachen eingeführt wird, steht noch nicht fest. Für Diagnosen rechnet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit mehreren Jahren, weil die ICD-10-GM tief im Gesundheitswesen verankert ist. Das BfArM hat zusammen mit dem Schweizer Bundesamt für Statistik eine deutsche Übersetzung erarbeitet, die als Testversion vorliegt und mit medizinischen Fachgesellschaften abgestimmt wird (Stand: 28.10.2026) [1].
Auf einer Krankmeldung oder einem Arztbrief steht in Deutschland deshalb vorerst ein Code aus der ICD-10-GM. In Fachtexten und Leitlinien begegnen dir aber schon die Begriffe der ICD-11. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression berücksichtigt beide Fassungen, damit sie auch nach der Einführung der ICD-11 anwendbar bleibt [3].
Was die ICD-11 unter einer depressiven Episode, einer generalisierten Angststörung und einer Panikstörung versteht, steht in den jeweiligen Einträgen. Warum eine Diagnose immer auch das Abgrenzen ähnlicher Krankheiten braucht, erklärt der Eintrag Differenzialdiagnose.
- Behörde ICD-11. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand ohne Datum. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde ICD-11 2022 release. World Health Organization (WHO). Stand 11.02.2022. abgerufen am 28.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung Version 3.2. BÄK, KBV, AWMF (NVL-Programm). Stand 2022. abgerufen am 28.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
Passt dazu
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Depression
Eine Depression ist eine häufige psychische Erkrankung mit gedrückter Stimmung über mindestens zwei Wochen.
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Depressive Episode
Eine depressive Episode ist eine Phase von mindestens zwei Wochen mit gedrückter Stimmung oder Freudlosigkeit.
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Generalisierte Angststörung
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