Generalisierte Angststörung: Wenn die Sorgen nicht aufhören
Eine generalisierte Angststörung ist eine Angsterkrankung, bei der übertriebene Sorgen fast ständig bestehen und sich auf viele Bereiche wie Familie, Gesundheit, Geld oder Arbeit beziehen. Dazu kommen körperliche Beschwerden wie Herzklopfen, Zittern oder Muskelverspannungen. Etwa 5 von 100 Menschen erhalten im Laufe ihres Lebens diese Diagnose.
Eine generalisierte Angststörung ist eine Angsterkrankung, bei der übertriebene Ängste und Sorgen nahezu ständig bestehen und sich auf viele verschiedene Lebensbereiche beziehen. Die Betroffenen wissen meist, dass ihre Sorgen übertrieben sind, können sie aber nicht kontrollieren [1]. Abgekürzt wird sie oft GAS.
Woran man sie erkennt
Typisch sind andauernde Befürchtungen, die nicht an eine bestimmte Situation oder eine konkrete Bedrohung gebunden sind. Häufig kommt die Angst vor der Angst hinzu. Der Körper reagiert mit Herzklopfen oder Herzrasen, Kurzatmigkeit, Schwindel, Zittern, Schwitzen, Muskelverspannungen oder Magenbeschwerden. Auf Dauer folgen oft Erschöpfung, Konzentrations- und Schlafprobleme, und die Stimmung kann sich verdüstern [1]. Die Erkrankung entwickelt sich meist langsam. Eine ausgeprägte Angststörung hält oft viele Monate oder Jahre an [1].
Etwa 5 von 100 Menschen erhalten im Laufe ihres Lebens die Diagnose. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer, meist beginnt die Erkrankung im mittleren Erwachsenenalter [1]. Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Belastende Erlebnisse, Lebenskrisen, eine Häufung in der Familie oder andere Erkrankungen wie eine Depression können eine Rolle spielen. In einer Studie hatte nach zwei Jahren etwa jeder vierte Betroffene die Angststörung überwunden, langfristig gelingt das vielen, und mit dem Alter gehen die Beschwerden oft zurück [1].
Wie die Diagnose gestellt wird
Nach der Darstellung des IQWiG wird eine generalisierte Angststörung festgestellt, wenn die Ängste mindestens sechs Monate an den meisten Tagen bestehen, sich nicht kontrollieren lassen, den Alltag beeinträchtigen und mit mindestens drei körperlichen Beschwerden einhergehen [1]. Die ICD-11 mit dem Code 6B00 ist an mehreren Stellen offener: Sie legt die Dauer nicht mehr starr auf sechs Monate fest und verlangt keine genaue Zahl an Symptomen mehr. Im Mittelpunkt steht die übermäßige Sorge um Bereiche wie Familie, Gesundheit, Geld sowie Schule oder Arbeit [2].
Die Abgrenzung braucht Zeit. Ähnliche Beschwerden kommen bei Phobien, Panikstörungen, Zwangsstörungen und Depressionen vor, körperliche Anzeichen auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion oder durch Medikamente und Drogen [1]. Plötzliche Panikattacken sind kein typisches Merkmal der generalisierten Angststörung, sie können aber hinzukommen [1]. Was eine Panikstörung ausmacht, steht im eigenen Eintrag.
Behandlung
Im Mittelpunkt der Behandlung steht Psychotherapie, vor allem die kognitive Verhaltenstherapie. Daneben helfen Entspannungsverfahren und Atemübungen, als Medikamente kommen vor allem bestimmte Antidepressiva infrage. Eine schnelle Heilung ist nicht zu erwarten, die Beschwerden lassen sich aber oft schon nach einigen Wochen spürbar lindern [1].
Einen ersten Anhaltspunkt gibt der Fragebogen GAD-7. Seine Entwickler haben ihn vor allem für die generalisierte Angststörung gebaut und empfehlen ab 10 Punkten eine weitere Abklärung [3]. Du findest ihn bei uns als Angst-Test. Wie sich normale Sorgen von einer Erkrankung unterscheiden, erklärt der Ratgeber Angststörung oder normale Angst?.
- Behörde Generalisierte Angststörung. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 27.03.2024. abgerufen am 28.10.2026
- Studie Domschke K., Zwanzger P.: Taxonomy of anxiety disorders: a comparison of ICD-10 and ICD-11. Der Nervenarzt 2025, Sonderheft 1. Springer Medizin. Stand 2025. abgerufen am 28.10.2026
- Instruction Manual: Instructions for Patient Health Questionnaire (PHQ) and GAD-7 Measures. Pfizer Inc., PHQ Screeners. Stand ohne Datum. abgerufen am 28.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
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