Burnout: Was der Begriff bedeutet
Burnout ist nach der Weltgesundheitsorganisation ein Syndrom, das als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz entsteht, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Kennzeichen sind Erschöpfung, innere Distanz zur Arbeit und nachlassende Leistungsfähigkeit. Die ICD-11 führt Burnout unter dem Kode QD85 als Faktor, der die Gesundheit beeinflusst, und nicht als Krankheit.
Burnout ist nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Syndrom, das als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz verstanden wird, der nicht erfolgreich bewältigt wurde [1]. Die WHO beschreibt drei Merkmale: ein Gefühl von Energieverlust oder Erschöpfung, wachsende innere Distanz zur Arbeit oder eine negative, zynische Haltung ihr gegenüber und eine verringerte berufliche Leistungsfähigkeit [1]. Der Begriff bezieht sich ausdrücklich auf das Arbeitsleben und soll nicht für Erfahrungen in anderen Lebensbereichen verwendet werden [1].
Burnout in der ICD-11 und in der ICD-10
In der ICD-11, der aktuellen internationalen Klassifikation der Krankheiten, steht Burnout unter dem Kode QD85. Der Eintrag liegt im Kapitel 24 über Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen oder zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen, und nicht bei den Krankheiten oder psychischen Störungen [1, 2]. Kodes mit QD dienen als zusätzliche Angabe zu einer Diagnose [2]. Die ICD-11 ist international seit dem 01.01.2022 in Kraft, in Deutschland nach dem Stand vom 17.02.2025 aber noch nicht eingeführt [2].
Hierzulande verschlüsseln Praxen weiter nach der ICD-10. Dort taucht "Ausgebranntsein (Burn-out)" nur als Unterpunkt des Kodes Z73 auf, der Probleme bei der Lebensbewältigung zusammenfasst, und zwar ohne eigene Definition [2]. Burnout kann deshalb nur zusätzlich zu einer anderen Diagnose angegeben werden, in der Regel zu einer psychischen Störung wie einer Depression [2].
Herkunft des Begriffs
Den Begriff prägte in den 1970er Jahren der US-amerikanische Psychotherapeut Herbert Freudenberger. Er beschrieb damit Menschen in helfenden Berufen, etwa Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte, die sich für andere aufopferten und am Ende erschöpft und überfordert waren [3]. Nach dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) kann es jeden treffen, auch Hausfrauen, Hausmänner und pflegende Angehörige [3]. Als eigenes Krankheitsbild ist Burnout in der Fachwelt nicht anerkannt. Die Beschwerden können aber das Risiko für eine Depression erhöhen [3].
Abgrenzung zur Depression
Erschöpfung, Niedergeschlagenheit und nachlassende Leistung kommen bei beiden vor. Bei einer Depression betreffen die negativen Gedanken und Gefühle jedoch alle Lebensbereiche. Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit und Suizidgedanken gelten nicht als typische Burnout-Beschwerden [3]. Wenn du solche Gedanken hast, findest du rund um die Uhr Unterstützung unter Hilfe finden. Die Unterscheidung hat praktische Folgen: Wer nur durch Überlastung erschöpft ist, kann sich in einem längeren Urlaub erholen. Menschen mit einer Depression kann eine Auszeit dagegen noch mehr Probleme bringen. Sie brauchen andere Hilfe, etwa eine Psychotherapie oder eine medikamentöse Behandlung [3]. Weil auch körperliche Erkrankungen oder Medikamente müde machen können, gehört eine ärztliche Abklärung dazu [3].
Einen einheitlichen Test gibt es nicht. Nach Einschätzung des IQWiG ist unklar, was Burnout-Fragebögen genau messen, und Online-Fragebögen eignen sich nicht, um ein Burnout festzustellen [3]. Der Burnout-Test auf stress.check-dich-selbst.de gibt dir einen ersten Eindruck von deiner Belastung, stellt aber keine Diagnose. Wie du Burnout und Depression auseinanderhältst, erklärt der Ratgeber Burnout oder Depression?.
- Behörde Burn-out an "occupational phenomenon": International Classification of Diseases. Weltgesundheitsorganisation (WHO). Stand 28.05.2019. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Burnout am Arbeitsplatz (WD 6 - 3000 - 003/25, WD 8 - 3000 - 007/25). Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste. Stand 17.02.2025. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Was ist ein Burnout?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.12.2023. abgerufen am 28.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
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