Panikstörung: Wenn Angstattacken immer wiederkommen
Eine Panikstörung ist eine Angststörung, bei der plötzliche Attacken starker Angst mit körperlichen Beschwerden wie Herzrasen, Atemnot oder Schwindel wiederholt auftreten. Typisch ist die anhaltende Sorge vor der nächsten Attacke. Eine Attacke dauert meist 10 bis 20 Minuten und wird oft mit einem Herzinfarkt verwechselt.
Eine Panikstörung ist eine Form der Angststörung, bei der plötzliche Attacken starker Angst auftreten, begleitet von körperlichen Beschwerden wie Atemnot, Schwindel, Engegefühl in der Brust, Herzrasen und Schwitzen [1]. Nach den Attacken bleibt die anhaltende Sorge, dass sie wiederkommen oder etwas Schlimmes bedeuten, oder die Betroffenen beginnen, bestimmte Situationen zu meiden [2].
Wie eine Panikattacke abläuft
Eine Attacke dauert meist 10 bis 20 Minuten. Weil sich die Beschwerden so körperlich anfühlen, wird sie häufig mit einem Herzinfarkt verwechselt. Oft kommt sie in Situationen, aus denen man schlecht herauskommt, etwa in einem vollen Bus oder in einer großen Menschenmenge [1]. Panikattacken können auch nachts aus dem Schlaf heraus auftreten [2].
Eine einzelne Panikattacke ist noch keine Panikstörung. Entscheidend ist, dass die Attacken wiederkehren und das Leben danach von Sorge oder Vermeidung geprägt ist [2]. Davon zu unterscheiden ist die Agoraphobie, die Angst vor bestimmten Orten und Situationen. Sie ist in der ICD-11 eine eigene Diagnose [2].
Was sich mit der ICD-11 geändert hat
In der ICD-11 hat die Panikstörung den Code 6B01. Eine Mindestzahl an Symptomen gibt es dort nicht mehr. In der ICD-10 mussten noch vier von 14 Symptomen vorliegen, darunter mindestens eines aus dem vegetativen Nervensystem. Eine Einstufung nach Schweregrad ist in der ICD-11 nicht mehr vorgesehen [2]. Panikstörung und Agoraphobie (6B02) sind zwei eigene Diagnosen, die auch gemeinsam gestellt werden können. Die ICD-10 kannte dafür noch einen kombinierten Code [2].
Körperliche Ursachen ausschließen
Herzrasen, Atemnot und Brustenge können auch körperliche Gründe haben. Die Entwickler des Patientenfragebogens PHQ schreiben deshalb, dass vor der Diagnose einer Panikstörung eine körperliche Erkrankung, ein Medikament oder eine Droge als Ursache ausgeschlossen werden muss [3]. Dieses Abgrenzen nennen Fachleute Differenzialdiagnose. Vor allem bei einer ersten Attacke gehört deshalb eine ärztliche Untersuchung dazu.
Wie du eine akute Attacke besser überstehst, beschreibt der Ratgeber Panikattacke: Was hilft im Moment?. Einen ersten Anhaltspunkt, ob deine Beschwerden zu einer Panikstörung passen, gibt der Panikattacken-Test mit dem Panikmodul des PHQ. Nach dem Handbuch der Entwickler spricht das Ergebnis für ein Paniksyndrom, wenn die vier Eingangsfragen alle mit Ja beantwortet sind und zusätzlich mindestens vier der elf folgenden Fragen [3]. Die Diagnose stellt auch dann erst eine Fachperson nach dem Ausschluss körperlicher Ursachen. Wenn dich eher ständige Sorgen als plötzliche Attacken plagen, lies den Eintrag zur generalisierten Angststörung.
- Behörde Panikstörung (Glossar). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 28.10.2026
- Studie Domschke K., Zwanzger P.: Taxonomy of anxiety disorders: a comparison of ICD-10 and ICD-11. Der Nervenarzt 2025, Sonderheft 1. Springer Medizin. Stand 2025. abgerufen am 28.10.2026
- Instruction Manual: Instructions for Patient Health Questionnaire (PHQ) and GAD-7 Measures. Pfizer Inc., PHQ Screeners. Stand ohne Datum. abgerufen am 28.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
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