Entzug: Was der Begriff bedeutet
Ein Entzug ist eine Gruppe von Beschwerden, die auftreten, wenn eine Substanz nach längerem Konsum abgesetzt oder deutlich verringert wird. Beim Alkohol reichen sie von Zittern, Schwitzen und Unruhe bis zu Krampfanfällen und einem Delir. Ein Alkoholentzug gehört deshalb in ärztliche Begleitung, ambulant oder stationär.
Ein Entzug, in der Medizin Entzugssyndrom genannt, ist eine Gruppe von Symptomen unterschiedlicher Art und Schwere, die auftreten, wenn eine Substanz nach anhaltendem Konsum ganz oder teilweise wegfällt [1]. Teilweise heißt: Auch wer die gewohnte Menge nur deutlich verringert, kann Entzugszeichen bekommen. Beginn und Verlauf sind zeitlich begrenzt und hängen davon ab, um welche Substanz es geht und wie viel zuletzt konsumiert wurde [1]. Mit Entzug ist im Alltag außerdem die Behandlung gemeint, in der jemand unter ärztlicher Aufsicht aufhört [2].
Entzug als Merkmal einer Abhängigkeit
In der ICD-10-GM, nach der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland Diagnosen verschlüsseln, ist das Entzugssyndrom für alle Substanzen der Kodes F10 bis F19 an der vierten Stelle ".3" erfasst [1]. Es gehört außerdem zu den möglichen Merkmalen einer Abhängigkeit: Neben starkem Verlangen, Kontrollverlust und Toleranz nennt die ICD-10-GM "manchmal ein körperliches Entzugssyndrom" [1]. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) erklärt den Zusammenhang am Beispiel Alkohol: Der Stoffwechsel hat sich an den Alkohol gewöhnt und braucht ihn, um normal zu funktionieren. Wird weniger getrunken, gerät der Körper aus dem Gleichgewicht [3].
Anzeichen beim Alkoholentzug
Das BIÖG nennt Schlafstörungen, Schweißausbrüche, morgendliches Zittern, Brechreiz, Unruhe und Angst sowie depressive Verstimmungen. In schweren Fällen kommen Krampfanfälle, Halluzinationen und das Delirium tremens hinzu [3]. Die ICD-10-GM führt ein Entzugssyndrom mit Delir als eigenen Kode, beim Alkohol einschließlich des Delirium tremens, und weist darauf hin, dass Krampfanfälle auftreten können [1]. Die Beschwerden klingen ab, sobald wieder getrunken wird, und kehren zurück, wenn die Wirkung nachlässt. Viele Betroffene trinken in diesem Stadium, um den Entzug zu vermeiden. Diesen Kreislauf ohne fachliche Hilfe zu durchbrechen, ist sehr schwer [3].
Wie ein begleiteter Entzug abläuft
Die Entzugserscheinungen beim Alkohol können lebensbedrohlich sein und müssen behandelt werden. Nur mit ärztlicher Unterstützung lassen sich Risiken wie ein Krampfanfall mit Bewusstseinsverlust oder ein Delir weitgehend ausschließen. Der erste Schritt ist deshalb immer der Weg in eine Arztpraxis [2]. Ein ambulanter Entzug dauert etwa zwei Wochen. In der ersten Woche gehst du meist täglich in die Praxis, wirst untersucht und bekommst bei Bedarf ein Medikament gegen die Beschwerden, in der zweiten Woche jeden zweiten Tag. Für diese Zeit gibt es eine Krankschreibung [2]. Bei einer sehr starken Abhängigkeit oder großer Angst vor dem Entzug ist ein stationärer Aufenthalt sinnvoll. Fachkliniken und psychiatrische Kliniken bieten dafür eine qualifizierte Entgiftung mit begleitenden Gesprächen an [2]. Danach folgt idealerweise eine Entwöhnungstherapie [2].
Anlaufstellen findest du unter Hilfe finden. Wenn du deinen Konsum erst einmal verringern möchtest, helfen dir die Hinweise im Ratgeber Weniger Alkohol trinken.
- Behörde ICD-10-GM Version 2026, Block F10 bis F19: Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 2026. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Alkoholentzug. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), Kenn dein Limit. Stand ohne Datum. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Alkoholismus. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), Kenn dein Limit. Stand ohne Datum. abgerufen am 28.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
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