ADHS: Was die Abkürzung bedeutet

ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, eine psychische Störung mit den Kernmerkmalen Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität. Sie beginnt in der Kindheit und kann bis ins Erwachsenenalter anhalten, meist mit schwächeren Beschwerden.

ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, eine psychische Störung mit drei Kernmerkmalen: Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität [1]. Sie beginnt früh im Leben. Die in Deutschland gültige Klassifikation ICD-10-GM beschreibt den Beginn typischerweise in den ersten fünf Lebensjahren [2]. Die neue ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation gilt seit 2022, wird in Deutschland aber noch nicht zum Verschlüsseln von Diagnosen verwendet; bis dahin bleibt die ICD-10-GM maßgeblich [3].

Woran man ADHS erkennt

Unaufmerksame Kinder können sich schlecht konzentrieren und lassen sich leicht ablenken. Impulsivität zeigt sich als Ungeduld und unbedachtes Handeln, das für das Alter ungewöhnlich ist. Als hyperaktiv gilt ein sehr unruhiges, rastloses Kind [1]. Die ICD-10-GM beschreibt ähnliche Kennzeichen: wenig Ausdauer bei Aufgaben, die geistige Anstrengung verlangen, häufige Wechsel von einer Tätigkeit zur nächsten, ohne etwas zu Ende zu bringen, und eine schlecht gesteuerte, überschießende Aktivität [2]. Eine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität hat dort einen eigenen Kode (F98.80) und ist von der einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (F90.0) getrennt [2]. Im Alltag wird die Form ohne Hyperaktivität oft ADS genannt.

Wie häufig ADHS ist

Bei etwa 5 Prozent der Kinder wird ADHS diagnostiziert. Das Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums hält es zugleich für möglich, dass manche Kinder eine Fehldiagnose bekommen [1]. Bei Erwachsenen sind die Beschwerden meist schwächer. Die Hälfte bis vier Fünftel der als Kind Betroffenen haben als Erwachsene noch einen Teil der Symptome, etwa 15 Prozent erfüllen weiterhin alle Diagnosekriterien [1].

Diagnose und Behandlung

Bei Kindern stellen Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin oder für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -psychotherapeuten die Diagnose. Entscheidend ist ein ausführliches Gespräch, in dem auch andere Ursachen geprüft werden, etwa Schlafstörungen, Sehfehler, Schwerhörigkeit oder eine Schilddrüsenüberfunktion [1]. Erwachsene können sich zur Abklärung an eine psychiatrische oder psychotherapeutische Praxis wenden [1].

Am Anfang der Behandlung steht eine Beratung über ADHS und den Umgang damit; manchmal zeigt sich dabei, dass kaum Behandlung nötig ist. Bei leichter ADHS kann eine Elternschulung reichen, bei mittelschwerer oder schwerer können Hilfen in der Schule oder eine Familien- oder Verhaltenstherapie helfen. Ob Medikamente sinnvoll sind, wird im Einzelfall abgewogen, unter anderem nach Alter, Ausprägung, bisherigen Maßnahmen sowie Vor- und Nachteilen. Bei Erwachsenen richtet sich die Behandlung nach der persönlichen Lage, oft mit Psychotherapie, Medikamenten oder beidem [1].

Ein Fragebogen gibt eine erste Einschätzung und kann ein Anlass sein, das Thema in einer Praxis anzusprechen. Für Erwachsene gibt es den ADHS-Test für Erwachsene, für Jugendliche den ADHS-Selbsttest für Jugendliche. Wie sich ADHS im Erwachsenenalter zeigt, beschreibt der Ratgeber ADHS bei Erwachsenen.

  1. Behörde ADHS. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de, mit dem IQWiG. Stand 21.10.2022. abgerufen am 28.10.2026
  2. Behörde ICD-10-GM Version 2026, Block F90 bis F98: Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend (F90, F90.0, F98.80). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 2026. abgerufen am 28.10.2026
  3. Behörde ICD-11. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026

Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.

Passt dazu

  • Zwangsstörung

    Bei einer Zwangsstörung drängen sich Gedanken oder Handlungen immer wieder auf, obwohl man sie für sinnlos hält.

  • Insomnie

    Insomnie heißt, dass Ein- oder Durchschlafen über Wochen schwerfällt und der Tag darunter leidet.

  • Chronotyp

    Der Chronotyp beschreibt, ob deine innere Uhr eher früh oder spät tickt.

  • Ratgeber Auffälliges Ergebnis im psychologischen Test

    Ergebnis im psychologischen Test auffällig?