Insomnie: Was der Fachbegriff für Schlafstörung bedeutet

Insomnie ist der Fachbegriff für eine Ein- und Durchschlafstörung. Fachleute sprechen davon, wenn der Schlaf mehr als einen Monat lang in mindestens drei Nächten pro Woche gestört ist und die Lebensqualität darunter leidet; häufig wird eine kognitive Verhaltenstherapie empfohlen.

Insomnie ist der Fachbegriff für eine Schlafstörung, bei der das Ein- oder Durchschlafen über längere Zeit schwerfällt, man zu früh aufwacht oder der Schlaf nicht erholsam ist. Fachleute sprechen von einer Schlafstörung, wenn der Schlaf mehr als einen Monat lang in mindestens drei Nächten pro Woche gestört ist und die Lebensqualität darunter leidet [1]. Das Wort geht auf das lateinische "insomnia" für Schlaflosigkeit zurück.

Schlechte Nächte und Insomnie

Etwa ein Drittel der Menschen hat Probleme beim Ein- oder Durchschlafen. Eine Schlafstörung im engeren Sinn haben in Deutschland etwa 6 von 100 Menschen. Frauen sind häufiger betroffen, auftreten kann sie in jedem Alter [1]. Typisch sind die Folgen am Tag: Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Mühe, sich bei der Arbeit oder bei Hobbys zu konzentrieren. Nachts kreisen die Gedanken oft um den Schlaf selbst und um die Folgen für den nächsten Tag [1].

Mögliche Ursachen

Häufig stecken Sorgen, Stress oder belastende Lebensereignisse dahinter. Auch Alkohol und Drogen, Schmerzen, nächtlicher Harndrang, Hitzewallungen, Schichtarbeit und Lärm können den Schlaf stören, ebenso manche Medikamente, etwa Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI [1]. Manchmal liegt eine andere Schlafstörung zugrunde, zum Beispiel eine Schlafapnoe, das Restless-Legs-Syndrom oder nächtliches Zähneknirschen [1].

Was bei Insomnie hilft

Die kognitive Verhaltenstherapie bei Schlafstörungen, kurz KVT-I, setzt an Gedanken und Gewohnheiten an, die den Schlaf behindern. Dazu gehört, katastrophisierende Gedanken über den Schlaf zu hinterfragen, zum Beispiel die Befürchtung, den nächsten Tag ohne Schlaf nicht zu überstehen. Weitere Bausteine sind Entspannungsverfahren wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung, Regeln der Schlafhygiene, die Stimuluskontrolle, bei der das Bett wieder fest mit Schlafen verknüpft wird, und die Schlafrestriktion, bei der die Zeit im Bett auf die Zeit begrenzt wird, in der du tatsächlich schläfst [2].

In Studien schliefen die Teilnehmenden mit KVT-I etwas schneller ein, etwas länger und wachten seltener auf. Die meisten Studien dauerten 4 bis 6 Wochen mit etwa einer Sitzung pro Woche. Angeboten wird die Therapie einzeln, in Gruppen und mit digitalen Medien [2]. Verschreibungspflichtige Schlafmittel aus den Gruppen der Benzodiazepine und Z-Substanzen sollen wegen zahlreicher Nebenwirkungen und der Gefahr einer Abhängigkeit nur für begrenzte Zeit eingesetzt werden [1]. Bei leichteren Schlafproblemen nennt das IQWiG Schlafhygiene, Entspannung und sanfte Bewegung [1].

Wie ausgeprägt deine Ein- und Durchschlafprobleme sind, kannst du mit dem Insomnie-Check einordnen. Wie die Verhaltenstherapie abläuft und wie du einen Platz findest, erklärt der Ratgeber Kognitive Verhaltenstherapie bei Schlaflosigkeit.

  1. Behörde Schlafprobleme und Schlafstörungen (Insomnie). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.07.2024. abgerufen am 28.10.2026
  2. Behörde Hilft eine kognitive Verhaltenstherapie bei Schlafstörungen?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.07.2024. abgerufen am 28.10.2026

Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.

Passt dazu

  • Chronotyp

    Der Chronotyp beschreibt, ob deine innere Uhr eher früh oder spät tickt.

  • Schlafapnoe

    Bei einer Schlafapnoe setzt die Atmung im Schlaf immer wieder für mehr als 10 Sekunden aus.

  • Body-Mass-Index (BMI)

    Der Body-Mass-Index (BMI) setzt dein Gewicht ins Verhältnis zur Körpergröße.

  • Ratgeber Mediensucht-Anzeichen

    Mediensucht-Anzeichen nach WHO und Fachgesellschaften: Kontrollverlust, Vorrang vor allem anderen, Weitermachen trotz Folgen.