Schlafapnoe: Was Atemaussetzer im Schlaf bedeuten
Eine Schlafapnoe ist eine Störung, bei der die Atmung im Schlaf wiederholt für mehr als 10 Sekunden aussetzt, meist weil die Rachenmuskulatur erschlafft und die Atemwege verengt. Typisch sind lautes Schnarchen und starke Tagesmüdigkeit; bei schwerer Schlafapnoe gilt eine CPAP-Atemmaske als am wirksamsten.
Eine Schlafapnoe ist eine Störung, bei der die Atmung im Schlaf immer wieder für mehr als 10 Sekunden aussetzt [1, 2]. Bei der obstruktiven Schlafapnoe erschlafft dabei die Muskulatur im Rachen, sodass die oberen Atemwege sich verengen oder ganz verschließen. Zu den Atemaussetzern, den Apnoen, kommen Phasen mit sehr flacher Atmung, die Hypopnoen [1]. Das Wort Apnoe stammt aus dem Griechischen und bedeutet "ohne Atem".
Schnarchen oder Schlafapnoe
Schnarchen allein gilt als harmlos. Von einer Schlafapnoe spricht man erst, wenn Atemaussetzer dazukommen [1, 2]. Hinweise sind lautes Schnarchen, starke Müdigkeit am Tag, Konzentrationsprobleme, nächtliches Schwitzen, häufiges Wasserlassen in der Nacht, plötzliches Aufwachen mit Herzrasen oder Luftnot, ein trockener Mund beim Aufwachen, Kopfschmerzen am Morgen und Potenzprobleme [1].
Wer betroffen ist
Das IQWiG schätzt, dass rund 10 Prozent der Erwachsenen eine Schlafapnoe haben [1]. Das Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums nennt für die obstruktive Schlafapnoe 3 Prozent der Frauen und 5 Prozent der Männer [2]; die Schätzungen gehen also auseinander. Männer sind häufiger betroffen, und das Risiko steigt ab dem 45. Lebensjahr [1, 2]. Zu den Risikofaktoren gehören starkes Übergewicht, vergrößerte Mandeln, ein zu kleiner Unterkiefer, eine behinderte Nasenatmung sowie Alkohol, Schlaf- und Beruhigungsmittel. Schlafen in Rückenlage kann dazu beitragen, ist aber selten die einzige Ursache [1]. Wie Übergewicht gemessen wird, erklärt der Eintrag Body-Mass-Index.
Folgen, Diagnose und Behandlung
Menschen mit Schlafapnoe sind oft dauerhaft müde, ihre Stimmung ist schlechter und das Risiko für eine Depression höher. Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzrhythmusstörungen treten häufiger auf, und am Steuer droht Sekundenschlaf [1].
Am Anfang der Abklärung stehen ein Gespräch über Beschwerden und Gewohnheiten und eine körperliche Untersuchung. Danach zeichnet ein tragbares Gerät nachts Atmung, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Schnarchen und Körperlage auf. Bei Auffälligkeiten kann eine Untersuchung im Schlaflabor folgen [1]. Bei Übergewicht kann Abnehmen die Atemaussetzer verringern. Weitere Möglichkeiten sind Lagerungshilfen, Unterkieferschienen, Atemgeräte und Operationen [1, 2]. Bei schwerer Schlafapnoe gilt die CPAP-Therapie als am wirksamsten: Eine Maske erzeugt nachts einen leichten Überdruck, der die Atemwege offen hält. Viele Menschen müssen sich an die Maske erst gewöhnen [1, 2]. Medikamente spielen bei der Behandlung kaum eine Rolle [1, 2].
Ob deine Beschwerden zu einer Schlafapnoe passen, kannst du mit dem Schlafapnoe-Risiko-Test einschätzen. Wie die Diagnose genau abläuft, beschreibt der Ratgeber Schlafapnoe: Anzeichen und Diagnose. Wenn du dagegen vor allem schlecht einschläfst, lohnt ein Blick auf den Eintrag Insomnie.
- Behörde Obstruktive Schlafapnoe. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 08.07.2026. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Obstruktive Schlafapnoe (OSA): Ursachen, Symptome und Behandlung. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 04.04.2025. abgerufen am 28.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
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