Essstörung: Was der Begriff bedeutet
Eine Essstörung ist eine psychische Erkrankung, bei der die Art und Weise, wie und wie viel jemand isst, zu ernsten gesundheitlichen Problemen führt. Die häufigsten Formen sind Magersucht, Bulimie und die Binge-Eating-Störung. Essstörungen müssen behandelt werden, und je früher das geschieht, desto besser sind die Aussichten.
Eine Essstörung ist eine Erkrankung, bei der die Art und Weise, wie und wie viel ein Mensch isst, zu ernsten gesundheitlichen Problemen führt [1]. Sie zählt zu den psychischen Erkrankungen, weil immer eine seelische Seite dazugehört [1]. Betroffen sind vor allem das Essverhalten und das Verhältnis zum eigenen Körper [2].
Welche Formen es gibt
Am häufigsten sind die Magersucht (Anorexie), die Bulimie (Ess-Brech-Sucht) und die Binge-Eating-Störung [1]. Bei der Binge-Eating-Störung kommt es zu Essanfällen, auf die keine regelmäßigen Gegenmaßnahmen wie Erbrechen folgen. Darin unterscheidet sie sich von der Bulimie [3]. Daneben gibt es Mischformen und besondere Formen, bei denen nicht alle typischen Merkmale auftreten [1, 2].
Essstörungen in der ICD-11
In der ICD-11, der internationalen Klassifikation der Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation, stehen die Essstörungen bei den psychischen Störungen. Die Gruppe heißt dort Fütter- und Essstörungen und umfasst sechs Diagnosen: Anorexia nervosa (6B80), Bulimia nervosa (6B81), Binge-Eating-Störung (6B82), vermeidend-restriktive Ernährungsstörung (6B83), Pica (6B84) sowie Ruminations- und Regurgitationsstörung (6B85) [3]. Neu ist, dass die Fütterstörungen des Kindesalters mit den Essstörungen zusammengefasst wurden. Die Binge-Eating-Störung und die vermeidend-restriktive Ernährungsstörung stehen erstmals als eigene Diagnosen in der Klassifikation [3]. Bei der vermeidend-restriktiven Ernährungsstörung essen Betroffene zu wenig oder zu einseitig, ohne dass Sorgen um Gewicht oder Figur dahinterstehen [3]. Für die ICD-11 gibt es in Deutschland bisher nur eine deutsche Entwurfsfassung, und wann sie für Diagnosen eingeführt wird, ist offen (Stand des Fachartikels: Januar 2025) [3].
Wie häufig Essstörungen sind
In Deutschland ist nach Angaben des IQWiG etwas mehr als 1 Prozent der Bevölkerung betroffen, genaue Zahlen gibt es nicht [1]. Am häufigsten erkranken Jugendliche und junge Erwachsene, aber auch Kinder und ältere Menschen können eine Essstörung entwickeln. Magersucht und Bulimie werden bei Mädchen und Frauen häufiger festgestellt. Möglicherweise sind Jungen und Männer öfter betroffen, als bisher erfasst wurde [1]. Der Beginn ist oft schleichend: Eine Diät oder auffälliges Essverhalten kann der Anfang sein, wenn weitere Faktoren hinzukommen [2].
Folgen und Behandlung
Von allen psychischen Erkrankungen führen Essstörungen am häufigsten zu lebensbedrohlichen Komplikationen. Die Folgen reichen von Organschäden bei Magersucht bis zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes bei der Binge-Eating-Störung, außerdem ist das Suizidrisiko erhöht [1]. Essstörungen können und müssen behandelt werden [2]. Ein wichtiger Baustein ist die Psychotherapie, den meisten Betroffenen scheint eine kognitive Verhaltenstherapie am besten zu helfen. Je nach Bedarf kommen Ernährungsberatung, Bewegungstherapie oder Medikamente hinzu, ambulant, in einer Tagesklinik oder im Krankenhaus [1]. Je eher die Störung erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Aussichten [2].
Eine erste Einschätzung gibt dir der Essstörungen-Test auf ernaehrung.check-dich-selbst.de. Was hinter der Orthorexie steckt, bei der sich alles um gesundes Essen dreht, erklärt der gleichnamige Glossareintrag. Wer mit jemandem sprechen möchte, findet die Telefonberatung Essstörungen des BIÖG auf Hilfe finden.
- Behörde Essstörungen: Überblick. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 23.07.2025. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Was sind Essstörungen?. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), essstoerungen.bioeg.de. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
- Studie ICD-11: Veränderungen im Bereich der Essstörungen. Verhaltenstherapie 34(3-4), S. 139 bis 146. de Zwaan M. Stand online 24.01.2025. abgerufen am 28.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
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