Chronotyp: Was hinter Lerche und Eule steckt
Der Chronotyp beschreibt, wann die innere Uhr eines Menschen ihren Tag legt, also ob jemand eher früh (Lerche) oder eher spät (Eule) schläft. Er hängt von den Genen, vom Licht und vom Alter ab und ist bei Jugendlichen um das 20. Lebensjahr am spätesten.
Der Chronotyp beschreibt, wann die innere Uhr eines Menschen ihren Tag legt, also ob jemand eher früh schläft und aufwacht (umgangssprachlich Lerche) oder eher spät (Eule). Fachlich ist der Chronotyp die Phase, in der sich die innere Uhr an den äußeren Wechsel von Hell und Dunkel anpasst, auf Englisch "phase of entrainment" [1].
Wie der Chronotyp entsteht
Die innere Uhr stellt sich vor allem über Licht und Dunkelheit auf 24 Stunden ein. Weil sich die Bausteine dieser Uhr genetisch von Mensch zu Mensch unterscheiden, synchronisieren sich verschiedene Menschen beim gleichen Hell-Dunkel-Wechsel früher oder später [1]. Die Forschungsgruppe um den Chronobiologen Till Roenneberg nennt drei Einflüsse, die die Unterschiede wahrscheinlich erklären: die Gene, die Stärke und Art des Lichtsignals und das Alter [1].
Wer tagsüber vor allem in Gebäuden ist und abends künstliches Licht nutzt, bekommt ein schwächeres Lichtsignal. Das verschiebt die innere Uhr nach hinten und vergrößert die Abstände zwischen frühen und späten Typen [1]. Auf dem Land liegt der Chronotyp im Schnitt früher als in der Stadt. Menschen, die eine Zeit lang unter natürlichem Licht leben, schlafen früher, und der abendliche Anstieg des Hormons Melatonin setzt früher ein [1].
Chronotyp und Alter
Daten aus dem Münchner Chronotyp-Fragebogen (MCTQ) zeigen, dass sich der Chronotyp etwa ab dem zehnten Lebensjahr bis zum Ende der Jugend, um das 20. Lebensjahr, immer weiter nach hinten verschiebt. Danach wird er bis ins hohe Alter wieder früher [1]. Dass Jugendliche abends lange wach sind, hat damit eine biologische Grundlage. Die Verschiebung in der Jugend ist auch bei anderen Arten und in vorindustriellen Kulturen beschrieben [1].
Wie man den Chronotyp misst
Der MCTQ verwendet die Mitte des Schlafs an freien Tagen als Maß. Weil viele Menschen am Wochenende Schlaf nachholen, wird dieser Wert um das Nachschlafen korrigiert [1]. Als Standardmarker gilt der Beginn der Melatoninausschüttung bei gedämpftem Licht, gemessen in Blut, Urin oder Speichel; die Messung ist aufwendig und teuer [1]. In der Bevölkerung verteilen sich die Werte annähernd wie eine Glockenkurve; ausgeprägte Lerchen und Eulen sind die Ränder dieser Verteilung [1]. Roenneberg und Kollegen schlagen vor, den Chronotyp als Zustand zu verstehen, der so stabil ist wie die Lichtverhältnisse, unter denen jemand lebt [1].
Passt der eigene Rhythmus nicht zu Arbeits- oder Schulzeiten, entsteht ein Abstand zwischen innerer und sozialer Uhr, den die Gruppe sozialen Jetlag nennt [1]. Wo du selbst stehst, zeigt der Chronotyp-Test; deinen sozialen Jetlag berechnet der Sozialer-Jetlag-Rechner. Mehr Hintergrund bietet der Ratgeber Lerche oder Eule.
- Studie Chronotype and Social Jetlag: A (Self-) Critical Review. Biology 8(3):54. Roenneberg T, Pilz LK, Zerbini G, Winnebeck EC. Stand 12.07.2019. abgerufen am 28.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
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Schlafapnoe
Bei einer Schlafapnoe setzt die Atmung im Schlaf immer wieder für mehr als 10 Sekunden aus.
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Body-Mass-Index (BMI)
Der Body-Mass-Index (BMI) setzt dein Gewicht ins Verhältnis zur Körpergröße.
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Eine Essstörung ist eine psychische Erkrankung, bei der das Essverhalten die Gesundheit ernsthaft gefährdet.