Riskanter Konsum: Was der Begriff bedeutet
Riskanter Konsum ist ein Konsummuster, das das Risiko schädlicher Folgen für die konsumierende Person oder für andere erhöht, auch wenn noch keine Erkrankung vorliegt. Er kann vorkommen, ohne dass eine Erkrankung vorliegt, und unterscheidet sich von schädlichem Gebrauch und Abhängigkeit. Beim Alkohol gilt nach der DHS: Jede Menge birgt ein Risiko, Rauschtrinken besonders.
Riskanter Konsum ist ein Konsummuster, das das Risiko schädlicher Folgen für die konsumierende Person oder für andere erhöht [1]. So definiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) riskantes Trinken in ihrem Handbuch zum Alkohol-Screening AUDIT. Entscheidend ist, dass noch keine Störung vorliegen muss: Riskante Konsummuster sind nach der WHO auch dann für die öffentliche Gesundheit bedeutsam, wenn die einzelne Person (noch) nicht erkrankt ist [1].
Drei Stufen: riskant, schädlich, abhängig
Beim Alkohol unterscheidet die WHO drei Formen [1]. Beim riskanten Konsum ist noch kein Schaden eingetreten. Beim schädlichen Gebrauch ist bereits ein gesundheitlicher Schaden eingetreten. Die ICD-10-GM nennt als Beispiele eine körperliche Folge wie eine Hepatitis oder eine depressive Episode durch massiven Alkoholkonsum [3]. Die dritte Stufe ist die Abhängigkeit mit starkem Verlangen, Kontrollverlust, Toleranz und manchmal Entzugszeichen [3]. Der AUDIT-Fragebogen der WHO soll Ärztinnen und Ärzten helfen, alle drei Formen zu erkennen und Menschen zu finden, die davon profitieren würden, weniger zu trinken oder aufzuhören [1].
Ab wann Alkohol riskant ist
Nach der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) schadet Alkohol der Gesundheit vom ersten Glas an [2]. Die DHS gibt deshalb keine Grenzwerte mehr an. Solche Werte vermitteln laut DHS den falschen Eindruck, es gäbe eine Menge ohne zusätzliches Risiko. Studien zeigen dagegen: Je mehr Alkohol jemand trinkt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, krank zu werden und zu sterben [2]. Wie stark Alkohol schadet, hängt außerdem von Alter, Geschlecht, Veranlagung und allgemeinem Gesundheitszustand ab [2]. Die DHS rät: Am besten für die Gesundheit ist es, keinen Alkohol zu trinken, und wer trinkt, sollte so wenig wie möglich trinken [2].
Besonders riskant ist Rauschkonsum. Die DHS versteht darunter fünf oder mehr Getränke bei einer Gelegenheit für Männer und vier oder mehr für Frauen. Dabei steigen Vergiftungs-, Sturz- und Unfallgefahr [2]. Riskant ist jeder Konsum außerdem in bestimmten Lagen, auch in kleiner Menge: im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz und an Maschinen, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und Jugendlichen und bei Menschen, die Schmerzmittel oder Medikamente mit Wirkung auf die Psyche nehmen [2].
Warum der Begriff nützlich ist
Die meisten Menschen, die zu viel trinken, haben laut WHO keine Diagnose. Oft kommen sie mit Beschwerden in die Praxis, die niemand mit dem Alkohol in Verbindung bringt. Screenings wie der AUDIT sollen deshalb früh ansetzen [1]. Wer sein Muster in dieser Phase ändert, muss nicht erst einen Schaden abwarten. Einen ersten Eindruck von deinem Trinkverhalten gibt dir der Alkohol-Test, für Cannabis gibt es den Cannabis-Test. Wie viel Alkohol schon zu viel ist und was im Körper passiert, erklärt der Ratgeber Alkohol: Ab wann ist es zu viel?.
- Behörde AUDIT: The Alcohol Use Disorders Identification Test. Guidelines for Use in Primary Health Care, 2. Auflage. Weltgesundheitsorganisation (WHO). Stand 18.11.2001. abgerufen am 28.10.2026
- Fachgesellschaft Empfehlungen zum Umgang mit Alkohol. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS). Stand ohne Datum. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde ICD-10-GM Version 2026, Block F10 bis F19: Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 2026. abgerufen am 28.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
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