Telefonseelsorge: Was der Begriff bedeutet
Die Telefonseelsorge ist ein kirchlich getragenes Gesprächsangebot für Menschen in Sorgen und Krisen. Du erreichst sie rund um die Uhr kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123, außerdem per Mail und Chat. Am Telefon sprechen ausgebildete Ehrenamtliche mit dir.
Die Telefonseelsorge ist ein Gesprächsangebot für Menschen in Sorgen und Krisen, das Tag und Nacht kostenlos und anonym erreichbar ist [1]. Du erreichst sie unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 und 116 123. Der Anruf ist kostenfrei [1]. Neben dem Telefon gibt es Beratung per Chat und E-Mail, in mehr als 20 Städten auch persönliche Gespräche vor Ort [1, 4].
Worüber du sprechen kannst
Die Hauptthemen sind Suizidprävention, Einsamkeit und Krisen. Die Menschen, die anrufen, sprechen aber über sehr viel mehr, etwa über Trauer, Angst, den Verlust des Arbeitsplatzes, Ehekrisen oder Sorgen bei der Erziehung [1]. Weil das Angebot anonym ist, musst du deinen Namen nicht nennen [1].
Wer am Telefon sitzt
Die Gespräche führen vor allem ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, rund 7.900 sind bundesweit im Einsatz [2]. Begleitet werden sie von rund 300 festangestellten Mitarbeitenden (Angabe auf der Seite "Über uns", abgerufen am 28.10.2026) [4]. Bevor sie Gespräche führen, durchlaufen sie eine Ausbildung, die meist ein Jahr dauert und mindestens 120 Zeitstunden umfasst. Sie lernen die Grundlagen der Gesprächsführung und beschäftigen sich mit Lebenskrisen wie Trauer, Einsamkeit und suizidalen Krisen, außerdem mit dem Umgang mit Menschen mit einer psychischen Erkrankung [3]. In der zweiten Hälfte der Ausbildung hören sie zunächst bei erfahrenen Kolleginnen und Kollegen mit. Sind sie selbst im Einsatz, nehmen sie mindestens einmal im Monat an einer eineinhalbstündigen Supervision teil [3].
Geschichte und Aufbau
Die erste Telefonseelsorge in Deutschland entstand am 05.10.1956 in West-Berlin, als ein Ehepaar seine private Telefonnummer öffentlich machte [2]. Seit 1995 gibt es die Beratung auch online per Chat und Mail, seit 1997 bundesweit einheitliche und kostenfreie Rufnummern. Die Nummer 116 123 kam 2008 hinzu und ist europaweit einheitlich [2]. Heute gibt es 104 eigenständige Standorte, die im Dachverband TelefonSeelsorge Deutschland e. V. zusammengeschlossen sind. Nach Angaben der Telefonseelsorge vom 02.10.2026 gab es zuletzt mehr als 1,3 Millionen Kontakte [2]. Getragen wird sie von der evangelischen und der katholischen Kirche [4]. Anrufen, schreiben oder chatten kann jeder [1].
Wie es nach dem Gespräch weitergehen kann
Halten deine Beschwerden länger an, kann eine Hausarztpraxis oder eine psychotherapeutische Sprechstunde der nächste Schritt sein. Wie der Weg dorthin aussieht, steht im Eintrag Psychotherapie. In manchen Regionen gibt es außerdem einen Krisendienst, der bei Bedarf auch vor Ort hilft. Wie du Warnzeichen bei dir oder anderen erkennst, erklärt der Ratgeber Suizidgedanken: Warnzeichen erkennen und Hilfe holen.
- Organisation TelefonSeelsorge Deutschland: Startseite und Über uns. TelefonSeelsorge Deutschland e. V.. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
- Organisation 70 Jahre TelefonSeelsorge: Die Geschichte seit 1956. TelefonSeelsorge Deutschland e. V.. Stand 02.10.2026. abgerufen am 28.10.2026
- Organisation Mitmachen: Ehrenamt bei der TelefonSeelsorge. TelefonSeelsorge Deutschland e. V.. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
- Organisation TelefonSeelsorge Deutschland: Über uns. TelefonSeelsorge Deutschland e. V.. Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
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