Krisendienst: Was der Begriff bedeutet
Ein psychosozialer Krisendienst ist eine regionale Anlaufstelle für Menschen in seelischen Krisen und für ihre Angehörigen. Fachleute beraten am Telefon und kommen in zugespitzten Lagen auch vor Ort. Viele Krisendienste sind rund um die Uhr erreichbar; in akuter Gefahr wählst du immer die 112.
Ein Krisendienst, genauer psychosozialer Krisendienst, ist eine regionale Anlaufstelle für Menschen in seelischen Krisen, die am Telefon berät und bei Bedarf auch vor Ort hilft [1, 2]. Viele Städte und Regionen haben einen solchen Dienst. Er ist oft rund um die Uhr erreichbar und kommt, wenn nötig, auch zu dir nach Hause [1].
Für wen ein Krisendienst da ist
Krisendienste sind für Menschen da, die selbst in einer seelischen Krise stecken. Sie beraten aber auch Angehörige, Freundinnen und Freunde und andere, die sich um jemanden sorgen [2, 3]. Der Berliner Krisendienst hilft bei psychosozialen Krisen und ausdrücklich auch in akuten psychiatrischen Notlagen [3]. Fachstellen, die mit Menschen in Krisen arbeiten, können sich ebenfalls an die Krisendienste wenden [2].
Wie ein Krisendienst arbeitet
Am Telefon hören die Mitarbeitenden zu, klären gemeinsam mit dir die Lage und zeigen Wege aus der Krise auf. So beschreiben es die Krisendienste Bayern [2]. Reicht ein Telefongespräch nicht aus, vermitteln sie weiterführende Hilfe oder schicken ein mobiles Team vor Ort. Bei jedem Gespräch prüfen sie, ob ein Einsatz vor Ort sinnvoll ist. Im Mittelpunkt stehen dann Deeskalation, Entlastung und die Einschätzung, ob eine Gefährdung besteht [2]. Der Berliner Krisendienst bietet neben dem Telefon in zugespitzten Situationen Hilfe vor Ort und nach Terminvergabe Videoberatung an. Das Angebot ist kostenlos, und auf Wunsch bleibst du anonym [3].
Beispiele aus Bayern und Berlin
In Bayern bilden die Krisendienste der sieben Bezirke seit März 2021 ein landesweites Netz. Es ist täglich rund um die Uhr über eine kostenlose Rufnummer erreichbar [2]. In Berlin arbeitet der Berliner Krisendienst an neun Standorten, die nach Bezirken gegliedert sind, und ist 24 Stunden am Tag erreichbar. Getragen wird er von mehreren freien Trägern [3]. In anderen Bundesländern ist das Angebot unterschiedlich aufgebaut. Den Krisendienst in deiner Nähe findest du, wenn du "Krisendienst" und den Namen deiner Stadt suchst [1].
Wenn kein Krisendienst erreichbar ist
Gibt es in deiner Region keinen Krisendienst oder ist er gerade nicht zu erreichen, gibt es andere Wege. Die Telefonseelsorge berät rund um die Uhr, anonym und kostenlos [1]. Sind Ärztinnen, Ärzte oder Psychotherapeuten kurzfristig nicht erreichbar, kannst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 anrufen oder dich an das nächste psychiatrische Krankenhaus oder ein Allgemeinkrankenhaus mit psychiatrischer Abteilung wenden [1]. Besteht unmittelbare Gefahr für dich oder andere, rufst du den Rettungsdienst unter 112 [1]. Eine Krise musst du nicht allein durchstehen.
Woran du merkst, dass es jemandem sehr schlecht geht, und wie du ansprichst, was du siehst, beschreibt der Ratgeber Suizidgedanken: Warnzeichen erkennen und Hilfe holen.
- Behörde Wege zur Psychotherapie: Im Notfall. Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK). Stand 15.07.2021. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Krisendienste Bayern: Hilfe bei psychischen Krisen. Krisendienste Bayern (Netzwerk der Krisendienste der sieben bayerischen Bezirke). Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
- Organisation Berliner Krisendienst. Berliner Krisendienst (Träger u. a. Albatros gGmbH, Caritasverband für das Erzbistum Berlin e. V.). Stand o. J.. abgerufen am 28.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
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