Selbsttest: Was der Begriff bedeutet

Ein Selbsttest ist ein Test, den du ohne Fachperson selbst ausfüllst und auswertest, bei psychischen Themen meist ein Fragebogen. Er liefert Hinweise, aber keine Diagnose; dafür ist ein Gespräch in einer Praxis nötig.

Ein Selbsttest ist ein Test, den du ohne Fachperson selbst durchführst und auswertest. Bei Themen wie Stimmung, Angst oder Sucht ist das fast immer ein Fragebogen: Du beantwortest Fragen zu deinen Beschwerden oder Gewohnheiten, und am Ende ergibt sich ein Punktwert mit einer Einordnung. Das Wort wird auch für Schnelltests zur Eigenanwendung verwendet, etwa aus der Apotheke. Auf dieser Seite geht es um psychologische Selbsttests.

Woher die Fragen stammen

Manche Selbsttests verwenden Fragebögen, die auch in Arztpraxen eingesetzt werden. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention bietet zum Beispiel einen anonymen Selbsttest mit dem PHQ-9 an. Er fragt in neun Fragen, wie oft bestimmte Beschwerden in den letzten zwei Wochen aufgetreten sind. Nach Angaben der Stiftung nutzen auch Ärzte und Therapeuten diesen Fragebogen für das Screening [1]. Andere Selbsttests sind frei formuliert, und oft ist nicht angegeben, ob sie wissenschaftlich geprüft wurden. Auf check-dich-selbst.de steht deshalb auf jeder Testseite, ob ein geprüfter Fragebogen unverändert übernommen wurde oder ob es ein eigener Check ist. Die Regeln dafür beschreibt die Seite So entstehen unsere Tests.

Was ein Selbsttest sagen kann

Ein Selbsttest beruht allein auf deinen eigenen Angaben. Fachleute sprechen von Selbstbeurteilung, im Unterschied zur Fremdbeurteilung, bei der eine Fachperson die Beschwerden einschätzt [3]. Das Manual zur deutschen Fassung des PHQ betont, dass Ergebnisse, die nur auf Selbstangaben beruhen, im Gespräch überprüft werden müssen. Dabei soll auch geklärt werden, ob die Fragen richtig verstanden wurden [2].

Die Depressionshilfe formuliert es für ihren eigenen Test so: Die Ergebnisse können Hinweise liefern, sie sind aber keine medizinische Diagnose. Für eine gesicherte Diagnose verweist sie auf die Hausarztpraxis, auf Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie oder auf Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Das gilt besonders, wenn du dich schon länger nicht gut fühlst [1].

Wie du ein Ergebnis nutzen kannst

Ein Selbsttest kann helfen, die eigenen Beschwerden zu sortieren und ein Gespräch vorzubereiten. Die Depressionshilfe rät, das Ergebnis zum Termin mitzunehmen, weil es den Einstieg ins Gespräch erleichtern kann [1]. Ein unauffälliges Ergebnis heißt nicht, dass alles in Ordnung ist. Fühlst du dich trotzdem schlecht, ist ein Termin in der Praxis sinnvoll. Wie es nach einem auffälligen Ergebnis weitergeht, steht im Ratgeber Auffälliges Testergebnis: Wie geht es weiter?.

Wiederholst du einen Selbsttest nach einigen Wochen, kannst du sehen, ob sich deine Werte verändern. Für den PHQ-9 nennt die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression eine Veränderung um 5 Punkte als kleinsten Unterschied, der klinisch bedeutsam ist. Für viele andere Fragebögen fehlen solche Werte [3].

  1. Organisation Selbsttest Depression. Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention. Stand ohne Datum. abgerufen am 28.10.2026
  2. Gesundheitsfragebogen für Patienten (PHQ-D): Manual Komplettversion und Kurzform, 2. Auflage (Löwe, Spitzer, Zipfel, Herzog). Universitätsklinikum Heidelberg, © 2002 Pfizer. Stand 2002. abgerufen am 28.10.2026
  3. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung Version 3.2. BÄK, KBV, AWMF (NVL-Programm). Stand 2023. abgerufen am 28.10.2026

Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.

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