Screening: Was der Begriff bedeutet
Ein Screening ist die Untersuchung von Menschen ohne Beschwerden, um eine Krankheit möglichst früh zu erkennen. Ein auffälliges Ergebnis ist noch keine Diagnose, es muss weiter abgeklärt werden.
Ein Screening ist die Untersuchung von Menschen ohne Beschwerden, die meist gesund sind, mit dem Ziel, eine Krankheit früh zu erkennen [1]. Das Wort kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "aussieben": Aus einer großen Gruppe sollen die Menschen herausgefiltert werden, die eine Krankheit schon haben, ohne es zu wissen [2]. Im Deutschen ist auch "Früherkennungsuntersuchung" üblich. Bekannte Beispiele sind die Krebsfrüherkennung beim Darm oder beim Gebärmutterhals. In der Medizin zählt ein Screening zur sekundären Prävention: Es soll eine bereits begonnene Krankheit erkennen, bevor Beschwerden auftreten, und ihr Fortschreiten verhindern oder bremsen [1].
Was ein auffälliges Ergebnis bedeutet
Ein positiver Befund in einem Screening ist keine Diagnose. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) weist darauf hin, dass sich die meisten auffälligen Ergebnisse bei der weiteren Abklärung als falsch herausstellen [2]. Fachleute unterscheiden zwei Arten von Fehlern. Bei einem falsch-positiven Ergebnis schlägt der Test an, obwohl die Person gesund ist. Bei einem falsch-negativen Ergebnis wird eine Person mit der Krankheit übersehen [2]. Wie oft das passiert, beschreiben die Kennzahlen Sensitivität und Spezifität.
Nutzen und Nachteile
Manche Krankheiten lassen sich durch ein Screening verhindern, weil Vorstufen gefunden und entfernt werden, etwa bei Darmkrebs oder Gebärmutterhalskrebs. Bei anderen, zum Beispiel Brustkrebs, kann eine frühe Entdeckung die Heilungschancen verbessern [2]. Dem stehen Nachteile gegenüber: Fehlalarme, Komplikationen durch weitere Untersuchungen und Überdiagnosen. Eine Überdiagnose ist eine Diagnose, die ohne Screening nie gestellt worden wäre und auch keine Folgen für die Gesundheit gehabt hätte. Nach Schätzungen von Fachleuten trifft das auf etwa die Hälfte der Prostatakrebs-Fälle zu, die durch ein Screening entdeckt werden [2].
Screening bei psychischen Beschwerden
Auch für Depressionen gibt es kurze Fragebögen, die Ärztinnen und Ärzte zum Screening einsetzen. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression hält ein allgemeines Depressionsscreening aller Patientinnen und Patienten trotzdem für nicht zielführend. Es würde viele Menschen mit leichten oder nur kurz anhaltenden Beschwerden auffällig machen, die dann aufwendig untersucht werden müssten, ohne dass eine Behandlung nötig wäre [3]. Die Leitlinie empfiehlt stattdessen ein gezieltes Screening bei Menschen mit Risikofaktoren, damit eine Depression bei ihnen seltener übersehen wird [3].
Die Tests auf check-dich-selbst.de funktionieren ähnlich wie ein Screening: Sie geben eine erste Einschätzung, die du bei Bedarf in einer Praxis klären lassen kannst. Wenn du dich mit diesem Ziel selbst testest, spricht man von einem Selbsttest. Ein Beispiel ist der Depressions-Test mit dem PHQ-9. Was ein Screening leisten kann und was nicht, erklärt der Ratgeber Was ein Screening kann und was nicht ausführlicher.
- Fachgesellschaft Glossar zur Evidenzbasierten Medizin (Stichworte Screening, Prävention). Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V. (EbM-Netzwerk). Stand Oktober 2018. abgerufen am 28.10.2026
- Behörde Vor- und Nachteile von Früherkennungsuntersuchungen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.04.2022. abgerufen am 28.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung Version 3.2. BÄK, KBV, AWMF (NVL-Programm). Stand 2023. abgerufen am 28.10.2026
Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.
Passt dazu
-
Selbsttest
Ein Selbsttest ist ein Fragebogen, den du allein ausfüllst und auswertest.
-
Cut-off-Wert
Ein Cut-off-Wert ist die Grenze, ab der ein Testergebnis als auffällig gilt.
-
Sensitivität
Die Sensitivität gibt an, wie viele Erkrankte ein Test richtig als krank erkennt.
-
Ratgeber Mit Depression oder psychischen Problemen zum Hausarzt
Hausarzt bei Depression: wie das Gespräch abläuft, was die Praxis selbst behandelt, wann sie überweist und was bei einer …